Abbas fordert von Scharon Recht auf palästinensischen Staat ein: Israelisch-palästinensisches Gipfeltreffen
zuletzt aktualisiert: 29.05.2003 - 20:59Jerusalem (rpo). Am Donnerstagabend sind der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas und der israelische Regierungschef Ariel Scharon in Jerusalem zusammengetroffen. Es ist das zweite Gipfeltreffen binnen zwei Wochen.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand der Friedensplan des Nahost-Quartetts. Damit sollte zugleich der Weg für einen Dreiergipfel mit US-Präsident George W. Bush geebnet werden. Zuvor hatte Abbas erklärt, er wolle die radikalislamische Hamas-Bewegung bis zur kommenden Woche zu einem Waffenstillstand bewegen.
Vor dem Treffen war von palästinensischer Seite verlautet, Abbas wolle von Scharon ein offizielles Bekenntnis zum Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat einfordern. Israel wiederum wollte von den Palästinensern die entschlossene Bekämpfung extremistischer Gruppen verlangen. Beide Forderungen sind Kernpunkte der so genannten Straßenkarte der USA, UN, EU und Russlands. Die Palästinenser haben diese voll akzeptiert, Israel hat seine Zustimmung dagegen mit Vorbehalten verbunden.
Abbas hofft auf Zusage der Hamas
Abbas sagte der israelischen Tageszeitung "Jediot Ahronot", er hoffe innerhalb der kommenden Tage auf eine Zusage der Hamas, ihre Anschläge auf israelische Ziele umgehend zu beenden. Er hoffe ferner, schon beim bevorstehenden Dreiergipfel mit Scharon und Bush ein Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas vorlegen zu können. Er wolle sich außerdem um eine Feuerpause der Organisation Islamischer Dschihad bemühen. Beide Organisation haben sich zu Dutzenden Anschlägen in Israel bekannt. Laut Abbas tragen sie "die Gesamtverantwortung für das Schicksal des palästinensischen Volkes".
Ein ranghoher Hamas-Führer im Gazastreifen, Mahmud Alsahar, bestätigte im israelischen Rundfunk, die Organisation erwäge eine Waffenruhe. Auch der Chef des Islamischen Dschihad, Abdullah Schami, sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Gruppe sei bereit, einen dauerhaften Waffenstillstand in Betracht zu ziehen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Israel im Gegenzug alle Angriffe gegen Palästinenser einstelle.
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