Auswärtiges Amt: Keine Vermittlung: Israelische Kampfflugzeuge über Beirut
zuletzt aktualisiert: 08.10.2000 - 14:36Beirut (dpa). Israelische Kampfflugzeuge haben am Sonntag Beirut überflogen und die Schallmauer durchbrochen. Wie Augenzeugen berichteten, gerieten die Einwohner in Panik.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat nach der Entführung von drei israelischen Soldaten durch die schiitische Hisbollah-Miliz mit Beratungen über einen möglichen Gefangenenaustausch zwischen Israel und Libanon begonnen.
Nach libanesischen Angaben traf sich Libanons Ministerpräsident Selim Hoss am Sonntag in Beirut mit dem IKRK-Vertreter Henry Fournier. Das Treffen ist offenbar eine Reaktion auf ein Angebot der Hisbollah, die israelischen Soldaten gegen in Israel gefangen gehaltene Hisbollah-Mitglieder auszutauschen. Fournier wollte sich am Sonntag auch mit einem Hisbollah-Führer treffen, hieß es. Die drei Israelis waren am Samstag nach Libanon verschleppt worden.
Die prosyrische Zeitung "As Safir" hatte am Sonntag in Beirut berichtet, dass die deutsche Regierung angeblich zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah-Miliz vermitteln soll. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes dementierte diese Angaben: "Wir vermitteln nicht", sagte sie in Berlin. Israel hält noch etwa 20 Libanesen fest, darunter das Hisbollah-Führungsmitglied Scheich Abdel Karim Obeid und der Aktivist Mustafa Dirani.
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