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"Gigantische Zerstörungen" im Flüchtlingslager: Israelische Medien: Keine Hinweise auf Massaker in Dschenin

zuletzt aktualisiert: 14.04.2002 - 12:46

Tel Aviv/Dschenin (rpo). Dem Vorwurf, Israels Truppen hätten im Flüchtlingslager Dschenin ein Masskaker verübt, sind israelische Journalisten nachgegangen. Nach einer Rundfahrt in Dschenin teilten sie mit, es gebe "keine Hinweise auf ein Massaker an zahlreichen unbewaffneten palästinensischen Zivilisten".

Die Zerstörung vor Ort sei jedoch "gigantisch, kaum zu beschreiben", hieß es in der Zeitung "Maariv". Die großen Zeitungen berichteten am Sonntag, auf den Straßen seien keine Leichen zu sehen. Unter den Trümmern seien wahrscheinlich noch etwa 30 Leichen begraben. "Das Zentrum des Lagers sieht wie nach einem Erdbeben aus", schrieb "Jediot Achronot". Bislang seien 20 Leichen von palästinensischen Angehörigen begraben worden.

Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser sprach am Sonntag von "Dutzenden, nicht Hunderten von Toten in Dschenin". Die meisten der Toten seien bewaffnete und uniformierte Männer gewesen. Israels Armee habe keine Leichen in Massengräbern beigesetzt, betonte Ben-Elieser. Die Palästinenser hatten immer wieder von bis zu 500 Toten berichtet, und das israelische Oberste Gericht hatte Freitagabend auf Antrag israelisch-arabischer Abgeordneter und Menschenrechtsorganisationen angeordnet, dass zunächst keine Leichen entfernt werden dürften.

Der Koordinator der israelischen Armee in den Palästinensergebieten, Amos Gilad, sagte, es werde rasch klar werden, dass es "kein Massaker im Flüchtlingslager von Dschenin" gegeben habe. Er betonte, Israel tue "alles, um die Leiden der palästinensischen Bevölkerung zu lindern". Es herrsche kein Hunger unter der Zivilbevölkerung und allein Palästinenserpräsident Jassir Arafat habe genug Nahrungsmittel bekommen, um "ganze Dörfer zu ernähren".

Quelle: RPO Archiv

 
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