Rückzugsgebiet für Terroristen: Ist Deutschland Ziel islamistischer Terrorangriffe?
zuletzt aktualisiert: 05.10.2002 - 19:30München (rpo). Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, plant eine in Brandenburg untergetauchte islamistische Terrorzelle mehrere Anschläge in Deutschland. Ziele seien US-amerikanische und jüdische Einrichtungen. Nun ermittelt auch die Stattsanwaltschaft.
Die verdächtige Gruppe habe sich im Raum Cottbus formiert und sei in Brandenburg untergetaucht, berichtet das Münchner Magazin unter Berufung auf Ermittlerkreise. Mögliche Angriffsziele seien der US-Militärflughafen im rheinland-pfälzischen Spangdahlem sowie Objekte in Berlin und Frankfurt/Main.
Der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, Heiko Homburg, wollte am Samstag zu dem Bericht nicht Stellung beziehen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe war bis zum Abend nicht erreichbar. Bisher gab es nach offiziellen Angaben keine Hinweise auf terroristische Aktivitäten in Brandenburg. Allerdings gilt das Land aus Sicht von Sicherheitsexperten als potenzielles Rückzugsgebiet für Terroristen.
Durchsuchungen am Samstagnachmittag
Wegen der Terror-Hinweise wurden am späten Samstagnachmittag in Cottbus und Umgebung, in Groß-Gerau (Hessen) sowie Leinfelden-Echterdingen (Baden- Württemberg) elf Objekte durchsucht, teilte die Pressestelle des Generalbundesanwalts am Abend in Karlsruhe mit.
Die Mitglieder der Gruppierung würden verdächtigt, "auf der Grundlage eines aggressiv-militanten islamischen Fundamentalismus schwere Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland zu planen". Nähere Einzelheiten zur Art und Weise der geplanten Anschläge sowie über konkrete Anschlagsziele liegen laut Bundesanwaltschaft nicht vor. "Aus ermittlungstaktischen Gründen" würden über die Beschuldigten zurzeit keine Angaben gemacht. Die Ermittlungen führe das Landeskriminalamt Brandenburg.
Den Ermittlungen zufolge unterhalten die verdächtigen Islamisten Kontakte zu Mitarbeitern privater deutscher Sicherheitsunternehmen. Eine dieser Verbindungen habe bis in den sensiblen Abfertigungs- und Gepäckbereich des Stuttgarter Flughafens gereicht. Dort wurden laut "Focus" umgehend die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Auch US- Behörden seien über die Gefährdungslage verständigt worden, hieß es.
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