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Berlin
Istanbul: Alles deutet auf IS-Terror

Berlin. Das Attentat in der Türkei löst auch Sicherheitsdebatte in Deutschland aus. Von Eva Quadbeck

Die verheerenden Anschläge am Flughafen von Istanbul haben eine Debatte über die internationale Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ausgelöst. Bei dem Angriff waren nach bisherigen Angaben 42 Menschen getötet und 239 verletzt worden, darunter eine Deutsche. Drei Attentäter hatten sich in die Luft gesprengt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Terrormiliz IS. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, der Angriff müsse zum Wendepunkt im globalen Kampf gegen den Terrorismus werden. Ministerpräsident Binali Yildirim erläuterte die Vorgehensweise der Täter: Einer habe sich vor dem Gebäude in die Luft gesprengt, Panik ausgelöst und damit den beiden anderen ermöglicht, ins Innere zu gelangen. Als die Terroristen nicht am Sicherheitssystem vorbeikamen, hätten sie ihre Waffen aus Koffern genommen und geschossen. Das Attentat löste auch eine erneute Debatte über die Gefahr durch den IS in Deutschland aus. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verurteilte den "feigen und brutalen" Anschlag. Er kündigte an, die Bundesregierung werde den Kampf gegen den Terrorismus "mit unseren Verbündeten mit voller Härte" fortsetzen. Grünen-Chef Cem Özdemir forderte zu mehr internationaler "vertrauensvoller Zusammenarbeit" auf. "Dies gilt auch für Deutschland und die Türkei", sagte Özdemir unserer Redaktion. Allerdings gehörten dabei auch unangenehme Themen auf die Tagesordnung: "Wie kann es sein, dass im Polizeistaat Türkei Isis aktiv Anhänger rekrutieren konnte und die Ein- und Ausreise nach Syrien für Isis-Kämpfer kein Problem darstellte?" Zu klären sei auch, was an den Vorwürfen dran sei, dass die Türkei Waffen an islamistische Kämpfer in Syrien geliefert habe.

Quelle: RP
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