| 07.53 Uhr

IW-Studie
Mangel an Ingenieuren bremst Bauprojekte in Städten

Berlin. In deutschen Kommunen droht in den kommenden Jahren ein akuter Mangel an Bauingenieuren. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Demnach hat der Investitionsstau in den Kommunen nicht nur finanzielle, sondern zunehmend personelle Gründe: Den Bauämtern gehen die Ingenieure aus, die die Sanierung kaputter Straßen, maroder Brücken und alter Gebäude planen können.

Schon in der Vergangenheit hatten Kommunen Stellen gekürzt. Hinzu kommt nun: "Die Bauämter stehen vor einer umfassenden Pensionierungswelle, denn mehr als ein Viertel der insgesamt 56.000 baunahen Ingenieure ist mindestens 55 Jahre alt", heißt es in der Studie.

Schon jetzt sei der Kapitalstock der Kommunen  – definiert als Nettoanlagevermögen – zwischen 2000 und 2015 um neun Prozent gesunken, warnen die Forscher. Dies sei "umso bedenklicher, als die Kommunen immerhin über mehr als die Hälfte des staatlichen Kapitalstocks verfügen und die Folgen des Investitionsstaus das tägliche Leben der Bürger beeinflussen", so das IW.

Bis 2015 habe sich laut dem jüngsten Kommunalpanel der staatlichen Förderbank KfW ein Investitionstau von 136 Milliarden Euro gebildet. Ein Viertel der Kommunen rechne damit, dass ihr Investitionsrückstand in den kommenden fünf Jahren weiter zunehmen wird. "Im Bereich Straßen und Verkehrsinfrastruktur geben sich sogar fast 40 Prozent pessimistisch."

(mar)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

IW-Studie: Mangel an Bauingenieuren führt zu Investitionsrückstand in Kommunen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.