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Jahresrückblick 2003 - MÄRZ

zuletzt aktualisiert: 14.11.2003 - 10:15

9. Woche bis 2. März

1. März:

- Die Vereinten Nationen bestätigen, dass Irak mit der Zerstörung von Kurzstreckenraketen vom Typ El Samud 2 begonnen hat.

- Die USA erhalten im Parlament von Ankara nicht die gewünschte Unterstützung zur Stationierung von 62.000 US-Soldaten in der Türkei vor einem möglichen Irak-Krieg.

- Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Khalid Scheich Mohammed, wird zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen in Rawalpindi bei Islamabad festgenommen.

- Die polnische Regierungskoalition ist nach nur 16 Monaten zerbrochen. Sein Bündnis der Demokratischen Linken (SLD) könne nicht länger auf den kleinen Koalitionspartner Bauernpartei (PSL) bauen, erklärt Ministerpräsident Miller.

- 17 Menschen kommen bei einem Zugunglück in Taiwan ums Leben, mehr als 100 Personen werden schwer verletzt.

- Mit dem ersten Warnstreik der laufenden Tarifrunde verursachen die Bahn-Gewerkschaften Verspätungen und Zugausfälle.

2. März:

- Drei von sechs Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats sind für einen Rücktritt des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, um noch einen erneuten Golfkrieg abzuwenden: Nach Bahrain schließt sich auch das kuwaitische Kabinett einem Vorschlag der Vereinigten Arabischen Emirate an.

- Bei der Parlamentswahl in der baltischen Republik Estland wird die linksgerichtete Zentrumspartei stärkste Kraft. Sie liegt knapp vor der erst vor einem Jahr gegründeten Res Publica. Beobachter rechnen mit schwierigen Koalitionsverhandlungen.

- Nach dem Ausbruch der gefürchteten Geflügelseuche werden in den Niederlanden 13 Farmen gesperrt. Gleichzeitig wird ein Exportstopp verhängt, Hinweise auf eine Einschleppung der Viruskrankheit nach Deutschland gibt es zunächst nicht.

- Einen Monat nach ihrer Niederlage in Hessen und Niedersachsen verliert die SPD auch die Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein haushoch an die CDU.

- Trotz Konjunkturflaute und sinkender Steuereinnahmen geht die Bundesregierung weiter davon aus, dass sie die EU-Stabilitätskriterien in diesem Jahr einhält. Bundesfinanzminister Eichel meldet für 2003 ein gesamtstaatliches Haushaltsdefizit von 2,8 Prozent nach Brüssel, die EU-Höchstgrenze liegt bei 3,0.

- Unter zunehmendem Druck auch aus den eigenen Reihen strebt die Bundesregierung bis zur Jahresmitte einen Reform-Masterplan an. Zugleich verhärten sich aber vor dem Spitzentreffen zum Bündnis für Arbeit weiter die Fronten zwischen Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden.

10. Woche bis 9. März

3. März

- Irak vernichtet sechs weitere Kurzstreckenraketen vom Typ El Samud 2. Zugleich stellt Bagdad einen detaillierten Bericht zur Vernichtung biologischer Kampfstoffe in Aussicht.

- Bei einer Offensive im Gazastreifen nehmen israelische Truppen einen der beiden Hamas-Gründer, Mohammed Taha, fest. Bei Schießereien werden acht Palästinenser getötet, unter ihnen eine Schwangere und zwei Jugendliche.

- Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in den Niederlanden beginnen die Behörden mit der Tötung zehntausender Hühner.

- Die Bemühungen der Bundesregierung um einen nationalen Pakt für mehr Wachstum und Beschäftigung erleiden einen Rückschlag. Ein Spitzengespräch zwischen Bundeskanzler Schröder sowie Spitzenvertretern von Gewerkschaften und Wirtschaft über Wege aus der Job-Krise endet ohne greifbares Ergebnis.

- Millionen Menschen feiern am Rosenmontag Fastnacht und Karneval. Die Narrenumzüge locken rund drei Millionen Zuschauer vor allem in die Hochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf.

4.März:

- Bei einem Bombenanschlag auf den Philippinen werden auf dem Flughafen von Davao 21 Menschen getötet und 117 verletzt. Die Behörden machen die Islamischen Befreiungsfront Moro (MILF) dafür verantwortlich.

- Ein neuer Zwischenfall verschärft die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Erstmals seit 1969 fangen nordkoreanische Jagdflugzeuge ein US-Aufklärungsflugzeug ab. Die USA und Südkorea beginnen mit einem mehrwöchigen gemeinsamen Manöver, das von Nordkorea als Vorbereitung auf einen Krieg kritisiert wird.

- Ein Prozess gegen vier deutsche Stiftungen und das Orient-Institut in der Türkei wegen angeblicher Spionage geht mit Freisprüchen zu Ende. Im Falle einer Verurteilung hätte den Beschuldigten bis zu 15 Jahre Haft gedroht. Das Verfahren belastete monatelang die deutsch-türkischen Beziehungen.

- Nach dem Scheitern des Bündnisses für Arbeit will Bundeskanzler Schröder einschneidende Reformen für mehr Wachstum und Beschäftigung auch ohne Zustimmung von Wirtschaft und Gewerkschaften durchsetzen.

- Niedersachsen hat nach 13 Jahren mit SPD-Landesregierungen erstmals wieder einen christdemokratischen Ministerpräsidenten. Der Landtag in Hannover wählt den CDU-Landesvorsitzenden Wulff zum neuen Regierungschef.

5. März:

- Frankreich und Russland kündigen ein Veto gegen jede Irak-Resolution im Sicherheitsrat an, die einen Krieg legitimieren würde.

- Ein Selbstmordattentäter reißt bei einem Anschlag auf einen vollbesetzten Linienbus in der nordisraelischen Stadt Haifa 17 Menschen in den Tod.

- Spitzenpolitiker von Koalition und Opposition liefern sich beim Politischen Aschermittwoch einen heftigen Schlagabtausch zum drohenden Irak-Krieg und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

- Das Finanzloch der Krankenkassen ist noch größer als erwartet. Knapp drei Milliarden Euro fehlten der gesetzlichen Krankenversicherung Ende 2002.

6. März:

- China schließt sich dem Widerstand Frankreichs und Russlands gegen eine neue UN-Resolution im Sicherheitsrat an.

- Die USA verlegen weitere Bomber in die Reichweite Nordkoreas.

- Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen werden mindestens elf Palästinenser getötet.

- Der Anführer des Terrornetzes El Kaida, Osama bin Laden, ist nach der Aussage des in Pakistan festgenommenen Khalid Scheich Mohammed am Leben und hält sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet auf.

- Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 4,706 Millionen und damit den dritthöchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen.

- Mit der zweiten Zinssenkung in nur drei Monaten reagiert die Europäische Zentralbank auf die deutliche Konjunktureintrübung durch den Irakkonflikt. Die Währungshüter senken die Zinsen allerdings nur 25 Basispunkte.

- Bundeskanzler Schröder und der italienische Ministerpräsident Berlusconi treffen in Bremen zum 25. deutsch-italienischen Gipfeltreffen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Beratungen über die Irak-Krise.

- Die Bahn legt ihren Gewerkschaften ein neues Angebot zur Tariferhöhung vor. Zwei der drei Arbeitnehmerorganisationen vertagen sich daraufhin mit den Arbeitgebern, die dritte, die Gewerkschaft der Lokomotivführer, erklärt das Scheitern der Verhandlungen. Zuvor hatten ihre Mitglieder etwa 1.000 Züge bestreikt und damit den Pendlerverkehr bundesweit gestört.

- Das Saarbrücker Jugendamt räumt im Zusammenhang mit dem Kinderschänder-Skandal und Mordfall Pascal gravierende Fehler ein. Zudem hätten sich die Verantwortlichen von einer der Hauptverdächtigen im Mordfall Pascal, der Wirtin Christa W., immer wieder täuschen lassen.

7. März:

- UN-Chefinspektor Blix bescheinigt Irak in seinem jüngsten Bericht vor dem Weltsicherheitsrat in New York "wesentliche Schritte der Abrüstung".

- Neue Ängste vor einem Irak-Krieg schicken nach einer Rede von US-Präsident Bush die Aktienkurse von Tokio über Frankfurt bis New York auf Talfahrt. In Tokio fällt der Nikkei-Index auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. In Frankfurt rutscht der DAX zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren.

- Italien blockiert eine Einigung der EU-Finanzminister auf eine Harmonisierung der Steuersysteme.

- Zwei Söhne des gesuchten El-Kaida-Führers Bin Laden werden nach pakistanischen Angaben in Südafghanistan festgenommen.

- Die ehemalige RAF-Terroristin Sabine Callsen stellt sich nach 18 Jahren im Nahen Osten am Frankfurter Flughafen den deutschen Behörden.

- Eine der spektakulärsten Bankraubserien in der Geschichte der Bundesrepublik ist aufgeklärt: Spezialeinsatzkräfte der Polizei nehmen in St. Augustin bei Bonn zwei "bis an die Zähne bewaffnete" Verbrecher fest, die seit Ende der 80er Jahre bei 36 Banküberfällen über sechs Millionen Euro erbeutet haben sollen.

- Bei der Grand-Prix-Vorrunde in Kiel siegt Lou mit dem Song "Let's Get Happy" von Ralph Siegel.

8. März:

- Die USA, Großbritannien und Spanien stellen ihren Resolutionsentwurf vor. Darin wird Irak zur Erfüllung seiner Abrüstungsauflagen ein Ultimatum bis zum 17. März gestellt. Dann soll mit der Konsequenz eines möglichen Krieges festgestellt werden, ob Saddam Hussein die Resolution 1441 vollständig erfüllt habe.

- Der französische Staatspräsident Chirac plant einen Krisengipfel des UN-Sicherheitsrats, um einen Kompromiss in der Irak-Frage zu erzielen. Irak verlangt unter Hinweis auf den jüngsten Bericht der UN-Waffeninspektoren eine "vollständige und umfassende" Aufhebung aller Sanktionen.

- Hamas-Führer Ibrahim Makadmeh wird bei einem gezielten Hubschrauberangriff in Gaza getötet, mit ihm kommen drei seiner Leibwächter ums Leben. Die radikalislamische Hamas kündigt Vergeltung an.

- Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel soll neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom AG werden. Der amtierende Aufsichtsratschef Karl-Dieter Winkhaus kündigt seinen Rücktritt an.

- Superstars-Finale: Der 19-jährige Alexander Klaws aus Sendenhorst bei Münster siegt mit 70,1 Prozent der Zuschauer-Stimmen klar über die 22-jährige Hamburger Musical-Darstellerin Juliette Schoppmann. Er bekommt einen Managementvertrag und einen Plattenvertrag bei dem Musikkonzern BMG.

9. März:

- Weltweit demonstrieren am Wochenende Hunderttausende gegen einen Irak-Krieg. Bei einer Massenkundgebung in Pakistan wird zum Heiligen Krieg aufgerufen. In den USA und Großbritannien gehen jeweils tausende Demonstranten gegen die von ihren Regierungen angedrohte Militäroffensive auf die Straße, in Italien protestieren mehrere zehntausend vor einem Stützpunkt der US-Streitkräfte. Auch in Indonesien, in Japan und in Libanon finden Großkundgebungen statt.

- Der stellvertretende PLO-Vorsitzende Mahmud Abbas wird zum ersten palästinensischen Ministerpräsidenten nominiert.

- Die Bevölkerung von Malta spricht sich in einem Referendum für den Beitritt der Inselrepublik zur Europäischen Union aus.

- Mit einem klaren Sieg bei einer Nachwahl in der türkischen Provinz Siirt schafft der Vorsitzende der Regierungspartei AKP, Recep Tayyip Erdogan, den Sprung ins Parlament und damit an die Spitze der Regierung.

- Gesundheitsministerin Schmidt bietet CDU und CSU an, auf der Basis eines ersten rot-grünen Gesetzesentwurfs die Verhandlungen zur Gesundheitsreform aufzunehmen. CSU-Generalsekretär Goppel äußert sich optimistisch über die Chancen für eine Verständigung. Auch Arbeitgeberpräsident Hundt signalisiert Zustimmung zu zentralen Reformvorschlägen der Ministerin.

11. Woche bis 16. März

10. März:

UN-Generalsekretär Annan erklärt, ein Angriff auf Irak ohne Mandat verstoße gegen die Charta der Vereinten Nationen.

- Das politische System in China steht vor tief greifenden Veränderungen. Die Abgeordneten des Nationalen Volkskongresses beschließen mit überwältigender Mehrheit eine Reform des chinesischen Kabinetts.

- An der 9. Montagsdemonstration gegen einen Krieg in Irak nehmen in Leipzig 25.000 Menschen teil.

- Hohe Haftstrafen im Frankfurter Terrorprozess: Wegen eines geplanten Bombenanschlags auf den Straßburger Weihnachtsmarkt müssen die vier angeklagten Algerier zehn bis zwölf Jahre hinter Gitter.

- Mit einem Minus von 380 Millionen Euro verbucht die gesetzliche Pflegeversicherung im vergangenen Jahr den größten Verlust ihrer Geschichte.

- Die Telekom schließt das Geschäftsjahr 2002 wie bereits angekündigt mit einem Rekordverlust von fast 25 Milliarden Euro ab.

- Police, The Clash, Elvis Costello, AC/DC und die Righteous Brothers werden in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

11. März:

- Premierminister Blair verteidigt im Londoner Unterhaus seine Irak-Politik gegen wachsende Kritik in den eigenen Reihen.

- Die Gespräche zwischen den zyprischen Volksgruppen über einen UN-Friedensplan in Den Haag sind gescheitert.

- Die Wehrpflicht für Männer in Deutschland verstößt nicht gegen EU-Recht. Dies entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH).

- Mit dem Aufruf zur Rückbesinnung auf Deutschlands Stärken und der Ankündigung von Strukturreformen im Gesundheits- und Sozialsystem eröffnet Bundeskanzler Schröder in Hannover die Computermesse CeBIT.

12. März:

- Der serbische Ministerpräsident und Reformpolitiker Zoran Djindjic fällt einem Attentat zum Opfer: Er wird von zwei Scharfschützen erschossen. Parlamentspräsidentin Natasa Micic verhängt den Ausnahmezustand. Politiker aus der ganzen Welt reagieren entsetzt auf das Attentat an Djindjic, der maßgeblich am Sturz des früheren Präsidenten Slobodan Milosevic beteiligt war.

- Im Prozess gegen den kurdischen Rebellenführer Öcalan hat das türkische Staatssicherheitsgericht nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in weiten Teilen gegen die Menschenrechte des Angeklagten verstoßen.

- Der bayerische Ministerpräsident Stoiber (CSU) will die Regierungserklärung des Kanzlers mit einem "Sanierungsplan für Deutschland" kontern, der drastische Einschnitte bei den Sozialleistungen, eine deutliche Einschränkung des Kündigungsschutzes und ein Steuererhöhungsverbot vorsieht. CDU-Chefin Merkel bietet der Koalition Kooperation bei den Reformprojekten an.

- Telefonverbindungen von Journalisten dürfen nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts überwacht werden, wenn Kontakt zu einem mutmaßlichen Straftäter besteht.

- Deutschlands größter Film- und Fernsehkonzern steht vor der Übernahme durch den US-Milliardär Haim Saban. Der Hamburger Bauer-Verlag erklärt überraschend seinen Ausstieg aus dem Monate langen Bieterrennen um die KirchMedia.

13. März:

- Einen Tag nach der Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Djindjic nimmt die Polizei 56 Verdächtige fest.

- Außenminister Fischer fordert CDU-Chefin Merkel im Bundestag auf, die Haltung der Union zu einem Irak-Krieg klarzustellen.

- Drei Monate nach dem Scheitern des Zuwanderungsgesetzes vor dem Bundesverfassungsgericht bringt die rot-grüne Regierung ihren Entwurf erneut auf den parlamentarischen Weg.

- Die Stadt Saarbrücken entlässt wegen des Kinderschänderskandals die Leiterin des Jugendamts sowie eine Sozialarbeiterin, ein Abteilungsleiter wird versetzt.

- Der Sperling wird in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands in eine Vorwarnstufe eingereiht.

14. März:

- Bundeskanzler Schröder stellt sich erneut demonstrativ gegen die Irak-Politik der USA. Er beschwört in seiner Regierungserklärung die Gemeinsamkeit mit Frankreich, Russland und China, die er als Freunde bezeichnet.

- Mit milliardenschweren Einschnitten ins soziale Netz und Strukturreformen in zentralen Bereichen will Bundeskanzler Schröder Deutschland aus der Krise führen. Dies kündigt er in seiner Regierungserklärung "Mut zur Veränderung" an.

- Erneut bekunden hunderttausende Kriegsgegner in Deutschland ihren Friedenswillen. Mindestens 200.000 Beschäftigte und Schüler folgen dem Aufruf der Gewerkschaften unter dem Motto "Zehn Minuten gegen den drohenden Irak-Krieg".

- Das rot-grüne Steuerpaket ist im Bundesrat gescheitert. Die Länder lehnen mit ihrer Unionsmehrheit die 39 vorgeschlagenen Maßnahmen zum Abbau des Haushaltsdefizits ab.

15. März:

- Die irakische Regierung legt einen neuen Bericht über den Verbleib von früheren Beständen des Nervengases VX vor und lädt die UN-Chefinspektoren zu einem baldigen Besuch ein.

- Deutschland, Frankreich und Russland starten eine letzte diplomatische Initiative zur Verhinderung eines Irak-Krieges. In einer gemeinsamen Erklärung schlagen die drei Regierungen einen strikten Zeitplan für die Entwaffnung Iraks unter Führung der UN vor.

- In Pakistan wird ein weiteres mutmaßliches Führungsmitglied des Terrornetzwerks El Kaida, Jassir el Dschasiri, festgenommen.

- Die Behörden in Serbien nehmen im Zusammenhang mit der Ermordung von Ministerpräsident Djindjic sieben weitere Verdächtige fest. Djindjics Beisetzung wird zur Massenkundgebung für Demokratie: Eine halbe Million Menschen nimmt daran teil. Der Trauerzug für den Reformpolitiker durch die Straßen Belgrads ist der größte seit dem Tod Titos 1980.

- Ein neuer, hochansteckender Typ Lungenentzündung (Sars) erreicht erstmals Deutschland: Ein Arzt aus Singapur, seine schwangere Frau und seine Schwiegermutter werden in die Isolierstation des Uniklinikums Frankfurt am Main gebracht.

16. März:

- Nach Gesprächen mit dem britischen Premierminister Blair und dem spanischen Ministerpräsidenten Aznar auf den Azoren kündigt US-Präsident Bush an, dass der Sicherheitsrat eine letzte Chance erhalte, um "seine Arbeit zu erledigen" und Irak ein Ultimatum zu stellen. Andernfalls würden die USA auch ohne UN-Mandat gegen Irak vorgehen.

- Paris, Brüssel, Berlin, Kairo, Washington - weltweit demonstrieren erneut hunderttausende von Menschen gegen einen Irak-Krieg.

- Die überwiegend kurdische Bevölkerung in Nordirak begeht den 15. Jahrestag des Giftgasangriffes auf Halabdscha. Am 16. März 1988 setzten die irakischen Streitkräfte Senf- und Nervengas gegen die Zivilbevölkerung der Stadt ein; 5.000 Männer, Frauen und Kinder wurden getötet.

- Bei einer israelischen Militäraktion im Gazastreifen wird eine amerikanische Demonstrantin getötet. Die 23-jährige stellte sich einem israelischen Bulldozer entgegen, der ein Haus im palästinensischen Flüchtlingslager Rafah einreißen sollte.

- Renten werden ab dem Jahr 2005 generell besteuert. Im Gegenzug sollen Aufwendungen für die Altersvorsorge steuerlich nicht belangt werden. Die jetzige Rentnergeneration sei nicht betroffen, betont das Bundesfinanzministerium.

- Die CDU-Politikerin Angelika Volquartz wird die erste Frau im Amt des Oberbürgermeisters von Kiel. Bei der Stichwahl besiegt sie klar den SPD-Kandidaten Jürgen Fenske.

12. Woche bis 23. März

17. März:

- US-Präsident Bush schließt eine diplomatische Lösung im Irak-Konflikt aus und kündigt für die Nacht eine De-Facto-Kriegserklärung an.

- Aus Protest gegen den Irak-Kurs von Premierminister Blair tritt der Unterhausführer im britischen Kabinett und frühere Außenminister Robin Cook zurück.

- Die israelischen Streitkräfte fordern die Bevölkerung auf, Vorbereitungen für einen möglichen irakischen Angriff zu ergreifen.

- Ungeachtet der dramatischen Zuspitzung der Irak-Krise setzt die Bundesregierung ihre Friedensbemühungen fort. Alle öffentlichen Termine sagt der Kanzler vorerst ab.

- Bundeskanzler Schröder erteilt drei Tage nach seiner Regierungserklärung zum Reformprogramm den zuständigen Ministern konkrete Arbeitsaufträge. In der kommenden Woche will das Kabinett einen Zeitplan festlegen, noch vor der Sommerpause soll die "Agenda 2010" Gesetz werden.

- Neue Verdachtsfälle schüren in Deutschland die Angst vor einer Ausbreitung der mysteriösen neuen Lungenkrankheit Sars. Die Zahl der Verdachtsfälle steigt auf sechs.

- Der umstrittene FDP-Politiker Möllemann tritt aus der Partei aus.

18. März:

- US-Präsident Bush stellt Saddam Hussein ein Ultimatum von 48 Stunden zum Verlassen des Landes. Danach würden die amerikanischen Streitkräfte "zu einem Zeitpunkt unserer Wahl" einen Krieg beginnen, erklärt Bush in einer Fernsehansprache. Die irakische Führung weist die Forderung zurück.

- Der britische Premierminister Blair erhält im Unterhaus trotz erheblichen Widerstands in seiner Labour-Fraktion Rückendeckung für seinen Kriegskurs im Irak-Konflikt. Der Staatsminister im Gesundheitsministerium, Lord Philip Hunt, und der Staatsminister im Innenministerium, John Denham, treten unter Protest zurück.

- Das serbische Parlament wählt Zoran Zivkocic zum Nachfolger des ermordeten Ministerpräsidenten Djindjic. Zivkocic verspricht, den Reformkurs Djindjics fortzuführen, das organisierte Verbrechen zu bekämpfen und Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen.

- Der NPD-Verbotsprozess ist endgültig gescheitert. Zwei Jahre nach Beginn stellt das Bundesverfassungsgericht das Verfahren ein, weil das Beweismaterial Aussagen von V-Leuten des Verfassungsschutzes enthält.

19. März:

- Bundesaußenminister Fischer äußert sich im Sicherheitsrat enttäuscht darüber, dass es "mit hoher Wahrscheinlichkeit" nicht gelungen sei, den Irak-Konflikt friedlich zu lösen. Das Weiße Haus bereitet die amerikanische Öffentlichkeit auf den Verlust von Menschenleben in einem Krieg vor.

- Vor dem EU-Gipfel sorgt eine Spionage-Affäre für Wirbel: In den EU-Büros in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Österreich wurden Telefone abgehört.

- Bundeskanzler Schröder sichert den USA Überflug- und Transitrechte auch nach Beginn eines Krieges zu. Darüber hinaus werde den Amerikanern "vor dem Hintergrund unserer Bündnisverpflichtungen" in Deutschland die Nutzung ihrer Militärbasen und der Schutz ihrer Stützpunkte gewährt.

- Der Deutsche-Bank-Topmanager Herbert Walter soll die Dresdner Bank wieder in die Gewinnzone führen. Nach den Milliarden-Verlusten bei Deutschlands drittgrößter Bank tritt Vorstandschef Bernd Fahrholz zurück, Walter wird Nachfolger und künftiger Allianz-Vorstand.

- Die Ursache der tödlichen Lungenkrankheit Sars ist möglicherweise geklärt. Forscher bestätigen den Verdacht des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt, dass ein Virus aus der Familie der Paramyxoviren Sars verursacht.

20. März:

- Mit Bomben und Marschflugkörpern auf Ziele im Großraum Bagdad beginnen die USA den Krieg gegen Irak. US-Präsident Bush erklärt, eine Großoffensive werde in Kürze folgen. Nur wenige Stunden später schießt Irak mehrere Raketen auf US-Truppen in Kuwait ab. Saddam Hussein ruft die Bevölkerung zum Widerstand auf.

- Spanien, die Niederlande, Japan und Australien erklären ihre Unterstützung für den Krieg. Zahlreiche andere Staaten reagieren mit Bestürzung. Der russische Präsident Putin verurteilt den Krieg als "schweren politischen Fehler". Frankreich und Deutschland warnen vor einer Katastrophe.

- Hunderttausende Menschen in aller Welt demonstrieren empört, wütend und enttäuscht gegen den amerikanischen Angriff auf Irak. In Deutschland gehen rund 200.000 Menschen auf die Straße. In Madrid feuert die Polizei mit Gummigeschossen auf Studenten, die eine Hauptstraße blockieren.

- Die Bundesregierung äußert Sorge und Kritik an den USA. Gleichzeitig werden bundesweit die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

- Der Bundestag verabschiedet den Haushalt 2003.

- Der Allianz-Konzern hat im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro Verlust gemacht und muss neue Aktien ausgeben, um seine Kapitalbasis zu sichern.

21. März:

- Amerikanische und britische Truppen besetzen am zweiten Tag des Irak-Krieges mehrere Ortschaften, stoßen aber auch auf teilweise heftigen Widerstand. Dabei wird ein erster US-Soldat getötet. Beim Absturz eines US-Hubschraubers in Kuwait kommen acht britische und vier amerikanische Soldaten ums Leben. Mehrere hundert Iraker werden gefangen genommen.

- Unter der Parole "Stoppt den Krieg" protestieren weltweit Hunderttausende gegen die Militäraktion.

- In der EU bahnt sich ein neuer Streit über den Wiederaufbau Iraks nach dem Golfkrieg an. Beim EU-Gipfel in Brüssel prallen der britische Premierminister Blair und der französische Präsident Chirac mit ihren Vorstellungen aufeinander. Während Blair ein UN-Mandat für eine Nachkriegsverwaltung Iraks fordert, lehnt Chirac ein solches Mandat ab, das "die Militärintervention rechtfertigen würde".

22. März:

- Das amerikanisch-britische Invasionsheer setzt seinen Vormarsch von Kuwait aus fort. Die Millionenstadt Basra wird umzingelt. Bagdad wird weiter aus der Luft bombardiert.

- Der türkische Außenminister Gül sagt, sein Land sei entschlossen, mit Truppen in Nordirak einzumarschieren.

- Die US-Kriegsschiffe vor der türkischen Küste werden nach wochenlangem Warten in den Golf beordert: Das Pentagon gibt endgültig seine Pläne auf, Truppen durch die Türkei nach Nordirak zu entsenden.

- Bei einem Granatenanschlag auf das Kommandozelt einer in Kuwait stationierten US-Eliteeinheit werden ein Soldat getötet und 13 weitere zum Teil schwer verletzt. Die Militärführung spricht zunächst von einem "Terroranschlag"; später wird jedoch ein US-Soldat festgenommen.

- Drei Mitglieder eines britischen Fernsehteams werden auf dem Weg in die südirakische Stadt Basra beschossen und werden seitdem vermisst.

- Die Bundesregierung will im Fall einer Kriegsbeteiligung der Türkei die deutschen Soldaten aus den AWACS-Aufklärern der NATO abziehen. Die Union reagiert darauf mit scharfer Kritik und wirft der Bundesregierung vor, die NATO erneut in eine Krise zu stürzen. Die FDP will das Verfassungsgericht einschalten.

- Wissenschaftler in Hongkong haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar das Virus der gefährlichen Lungenkrankheit Sars identifiziert. Unterdessen sei die Zahl der Infizierten auf mehr als 380 gestiegen; mindestens elf Menschen seien an Sars gestorben.

23. März:

- Die vorrückenden alliierten Streitkräfte werden mit zunehmendem Widerstand der Iraker und eigenen Verlusten konfrontiert. Die bisher schwersten Kämpfe melden beide Seiten aus der südirakischen Stadt Nassirijah.

- Zwölf US-Soldaten werden in der Nähe von Nassirijah vermisst. Das irakische Fernsehen zeigt fünf Gefangene und die Leichen von fünf weiteren Soldaten.

- US-Präsident Bush sagt, man stehe erst am Anfang eines harten Kampfes. Der Krieg könne länger dauern, als manche meinten.

- Ein Kameramann des australischen Fernsehsenders ABC wird im Norden Iraks bei der Explosion einer Autobombe getötet. Neben dem Australier kommen mindestens vier weitere Menschen ums Leben. Acht Menschen werden verletzt, darunter ein Korrespondent des Senders.

- Am ersten Wochenende nach Kriegsbeginn demonstrieren weltweit rund zwei Millionen Menschen für den Frieden.

13./14. Woche bis 31. März

24. März:

- Das US-Invasionsheer stößt von Süden aus weiter in Richtung Bagdad vor, während sich auch im Norden größere Truppenverbände festsetzen. Im Süden Iraks dauern die Kämpfe in den Außenbezirken der Stadt Basra sowie in der Hafenstadt Umm Kasr weiter an. Zwei US-Soldaten werden nach dem Absturz ihres Hubschraubers gefangenen genommen und im irakischen Fernsehen gezeigt. Staatschef Saddam Hussein ruft die Iraker in seiner zweiten Fernsehansprache nach Kriegsbeginn zu weiterem Widerstand auf.

- Die Türkei versichert den NATO-Partnern bei einem Treffen des NATO-Rats in Brüssel, sich am Golfkrieg nicht beteiligen zu wollen.

- Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in der Pfalz treffen die ersten verwundeten US-Soldaten ein.

- In einem Referendum in Tschetschenien wird eine regionale Verfassung gebilligt, die die Befugnisse der künftigen Regierung entscheidend ausweitet.

- Bewaffnete Männer überfallen ein Dorf im indischen Teil Kaschmirs und töten 24 Hindus. Als Täter werden islamische Extremisten vermutet.

- Die anstehenden Sozialreformen reißen tiefe Gräben in die Volksparteien. Die Union streitet weiter über den "Sanierungsplan" von CSU-Chef Stoiber. Die SPD steht ihrerseits nicht voll hinter den Reformplänen von Bundeskanzler Schröder.

- Bei einer Friedensdemonstration von über 20.000 Hamburger Schülern kommt es zu Krawallen. Dabei setzt die Polizei auch Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Kriegsgegner ein. 21 Personen werden vorläufig festgenommen.

- Dei deutsche Regisseurin Caroline Link gewinnt mit dem Drama "Nirgendwo in Afrika", der Verfilmung von Stefanie Zweigs autobiografischem Roman, den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film. Der begehrteste Oscar für den besten Film 2002 geht an den Favoriten "Chicago", der mit insgesamt sechs Preisen mit Abstand am erfolgreichsten ist.

25. März:

- Sechs Tage nach Beginn des Irak-Kriegs werden bei erbitterten Kämpfen und massiven Luftangriffen immer mehr Menschen getötet. Seit Wochenbeginn sind nach US-Angaben bei Gefechten im Süden Iraks mehr als 500 irakische Soldaten ums Leben gekommen. Auch in der Zivilbevölkerung kommt es nach irakischen Angaben zu hohen Verlusten.

- US-Präsident Bush beantragt im Kongress 74,7 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Golfkriegs.

- Der US-Senat entscheidet überraschend, die von Präsident Bush vorgesehen Steuersenkungen um mehr als die Hälfte zu kürzen. Angesichts der Kosten für den Krieg und den anschließenden Wiederaufbau seien Steuersenkungen in der von Bush gewünschten Höhe nicht zu verantworten.

- Die serbische Polizei nimmt den mutmaßlichen Mörder von Ministerpräsident Djindjic fest: Zvezdan Jovanovic ist stellvertretenden Kommandeur einer Polizei-Eliteeinheit, der Verbindungen zum organisierten Verbrechen vorgeworfen werden.

- Die Verfassungsrichter in Karlsruhe lehnen einen Eilantrag ab, mit dem die FDP die Regierung zwingen wollte, die Zustimmung des Bundestags zur deutschen Beteiligung an AWACS-Aufklärungsflügen über der Türkei einzuholen.

- Erneut gehen zahlreiche Schüler in Deutschland spontan gegen den Irak-Krieg auf die Straße.

26. März:

- Bei zwei Raketeneinschlägen in Bagdad werden 14 Menschen getötet und 30 verletzt. Mit der Landung von 1.000 US-Soldaten wird eine Front in Nordirak eröffnet.

- Der britische Premierminister Blair fliegt zu Gesprächen mit Präsident Bush in die USA.

- Mehr als 10.000 Schüler und Studenten demonstrieren in Madrid gegen den Irak-Krieg. Auch in Sydney kommen 10.000 Kriegsgegner zusammen. In Seoul werden 30 Studenten festgenommen, die versuchen, auf das Gelände der US-Botschaft vorzudringen.

- Die Zahl der Sars-Toten ist offenbar weit höher als bislang angenommen. Die chinesischen Behörden teilen mit, dass seit November 34 Menschen an einer atypischen Lungenentzündung gestorben seien. Außerhalb Chinas erlagen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang 19 Menschen dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom.

27. März:

- US-Fallschirmspringer landen zu Beginn der zweiten Kriegswoche im kurdischen Nordirak. Sie sollen die Ankunft zusätzlicher Truppen vorbereiten und die Ölfelder bei Mossul und Kirkuk sichern.

- Nach dem Abflauen der tagelangen Sandstürme in Irak kündigen die Alliierten verstärkte Angriffe an.

- US-Präsident Bush trifft sich auf seinem Landsitz Camp David mit dem britischen Premierminister Blair und zieht eine Bilanz des bisherigen Kriegsverlaufs.

- Wegen der Lungenkrankheit Sars verschärfen die Behörden in mehreren asiatischen Ländern ihre Sicherheitsvorkehrungen drastisch. Hongkong stellt 1.800 Menschen für zehn Tage unter Quarantäne. Alle Schulen und Universitäten bleiben ab dem 28. März bis zum 6. April geschlossen. Auch Singapur schließt alle Schulen.

- Nach einem spektakulären Mammutprozess wird der Auftragskiller Peter Zantop vom Hamburger Landgericht zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

- Wegen Billigung der Terroranschläge vom 11. September 2001 wird der NPD-Anwalt Horst Mahler vom Landgericht Mainz zu einer Geldstrafe von 7.200 Euro verurteilt.

28. März:

- Die US-Luftwaffe fliegt massive Angriffe auf Bagdad. Dabei werden erstmals auch bunkerbrechende Bomben eingesetzt. Ziele sind vor allem Telefonzentralen und Stellungen der Streitkräfte in den Außenbezirken.

- In Umm Kasr trifft das erste Schiff mit Hilfsgütern für die irakische Bevölkerung ein. Das britische Versorgungsschiff "Sir Galahad" bringt 270 Tonnen mit Notrationen: Wasser, Zucker, Bohnen und Mehl.

- Die amerikanische Militärführung wendet sich gegen kritische Stimmen zum Kriegsverlauf in den eigenen Reihen. Weder Stärke noch Kampfkraft der irakischen Truppen seien unterschätzt worden.

- Im Anschluss an das Freitagsgebet demonstrieren mehrere hunderttausend Menschen in islamischen Ländern gegen den Krieg am Golf.

- Zur Verhinderung von Versorgungsengpässen und Hungersnöten in Irak verständigt sich der UN-Sicherheitsrat auf eine provisorische Fortführung des Programms "Öl für Lebensmittel".

- Der strikte Anti-Kriegs-Kurs von Kanzler Schröder führt die Bundesregierung allmählich aus dem Stimmungstief. Das ZDF-Politbarometer zeigt für SPD und Grüne eine durchweg positive und für die Union eine klar negative Entwicklung.

- Die Schleierfahndung der bayerischen Polizei ist in vollem Umfang rechtens. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof entscheidet, dass gelegentliche Ausweiskontrollen an der Grenze und auf den Autobahnen die Grundrechte der Bürger nicht verletzt. Mit dem Urteil wird eine Klage der Grünen-Landtagsfraktion abgewiesen.

29. März:

- Bei einem ersten Selbstmordanschlag auf die alliierten Truppen seit Kriegsbeginn werden vier US-Soldaten getötet. US-Präsident Bush bereitet die US-Bevölkerung in seiner wöchentlichen Radioansprache auf weitere Opfer unter den alliierten Truppen in Irak vor.

- In Kuwait wird ein Einkaufszentrum von einer irakischen Rakete beschädigt.

- In Deutschland gehen erneut zahlreiche Kriegsgegner auf die Straßen. Allein in Berlin sind es mehr als 50.000. Zwischen Osnabrück und Münster bilden weit mehr als 30.000 Kriegsgegner eine 50 Kilometer lange Friedenskette.

30. März:

- Britische Soldaten liefern sich hitzige Gefechte mit paramilitärischen Einheiten in der belagerten Stadt Basra. Nach britischen Angaben wird ein irakischer General gefangen genommen und ein Oberst der Republikanischen Garde getötet.

- Die USA konzentrieren ihre Angriffe auf die Elitetruppe des irakischen Staatschefs Saddam Hussein. Nach US-Angaben richten sich derzeit drei Viertel aller alliierten Angriffe gegen die Republikanische Garde in Bagdad.

- In Indonesien demonstrieren rund 300.000 Menschen gegen den Krieg. Es ist die größte Demonstration in der Geschichte des Staates.

- Die deutschen Hilfsorganisationen fordern die Kriegsparteien in Irak auf, Korridore zur Versorgung der Bevölkerung einzurichten. Die humanitäre Situation werde zunehmend dramatisch.

- Bei einem Selbstmordanschlag in der nordisraelischen Küstenstadt Netanja werden 49 Menschen verletzt.

- Die Bundesregierung dementiert Berichte über eine Nullrunde für Rentner im Jahr 2004.

- In Eschweiler bei Aachen verschwinden der elfjährige Tom und seine neunjährige Schwester Sonja beim Spielen auf einem ehemaligen Bergwerksgelände. Tom wird am nächsten Tag tot auf einem Parkplatz zwölf Kilometer von Eschweiler entfernt erwürgt aufgefunden. Die Leiche des Mädchens wird eine Woche später von Spaziergängern bei Blankenheim in der Eifel gefunden.

31. März:

- Truppen der 3. Infanteriedivision der USA rücken in die Stadt Hindijah vor und setzen sich an einer Brücke über den Euphrat fest. Bei Straßenkämpfen werden nach US-Angaben mindestens 35 irakische Soldaten getötet und mehrere Dutzend gefangen genommen.

- Die US-Luftwaffe fliegt schwere Luftangriffe auf Bagdad. Dabei werden erstmals schwere Bomber der Typen B-1, B-2 und B-52 zur gleichen Zeit eingesetzt.

- US-Flugzeuge bombardieren Stellungen in der Umgebung der Stadt Kalak, 30 Kilometer östlich von Mossul an der Frontlinie zwischen dem autonomen Gebiet der Kurden und den irakischen Streitkräften.

- Die Stadt Nadschaf, 80 Kilometer südlich von Kerbela gelegen, ist weiterhin Schauplatz heftiger Kämpfe.

- Die EU übernimmt das Kommando über die seit Oktober 2001 von der NATO geführte Mission in Mazedonien.

- In Schönenberg-Kübelberg in der Westpfalz wird der siebenjährige Anton von seinen Eltern als vermisst gemeldet. Kurz nach Mitternacht finden Polizisten seine Leiche auf dem Gelände einer Schule. Sein 14-jähriger Bruder hatte ihn laut Staatsanwaltschaft mit einem Pflasterstein erschlagen. Er bestreitet das Verbrechen.

Tote im MÄRZ:

2. Goffredo Petrassi, 98, ital. Komponist, in Rom

3. Horst "Hotte" Buchholz, 69, dt. Schauspieler, in Berlin

6. Sir Hardy Amies, 93, brit. Designer, langjähriger

Modeschöpfer von Königin Elizabeth II.

6. Ludek Pachman, 78, tschech. Schach-Großmeister, in Passau

8. Adam Faith, eigtl. Terry Nelhams, 62, brit. Pop-Sänger und

Schauspieler, in Stoke-on-Trent

9. Bernard Dowiyogo, 57, Präsident des pazifischen Inselstaates

Nauru, in Washington

12. Zoran Djindjic, 50, serb. Ministerpräsident und Reform-

politiker, in Belgrad

12. Stephanie Eisler, 83, österr. Pianistin, Witwe des

Komponisten Hanns Eisler, in Berlin

12. Howard Fast, 88, US-Schriftsteller, in Greenwich

13. Ian Samwell, 66, brit. Rockmusiker und Musikproduzent, in

Sacramento

14. Jean-Luc Lagardère, 75, frz. Industrieller, einer der

einflussreichsten Manager Frankreichs, in Paris

16. Ronald Ferguson, 71, Vater von Sarah Ferguson ("Fergie"),

ehem. Polo-Trainer des brit. Kronprinzen Charles, in Hampshire

18. Adam Osborne, 64, US-Computerpionier, in Kodiakanal/Indien

19. Michael Mathias Prechtl, 76, dt. Maler, in Nürnberg

22. Gordian Troeller, 86, luxemb. Autor und Filmemacher, in

Hamburg

24. Kardinal Hans Hermann Groer, 83, österr. Theologe und ehem.

Wiener Erzbischof, in St. Pölten

26. Daniel Patrick Moynihan, 76, US-Senator und UN-Botschafter,

in Washington

27. Martin Schenkel, 35, schweiz. Schauspieler und Sänger

30. Hilde Alexander, 71, Ehefrau und Managerin des österr.

Sängers und Schauspielers Peter Alexander, in Wien

30. Rudolf Walter Leonhardt, 82, dt. Journalist und

Schriftsteller, in Hamburg


 
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