Jahresrückblick 2004 - MAI
zuletzt aktualisiert: 19.11.2004 - 08:4418. Woche bis 2. Mai
1. Mai:
- Mit Feuerwerk, Konzerten und Kirchenglocken feiern die Bürger der zehn neuen EU-Staaten von Malta bis Estland den Beginn einer neuen Ära. Die Erweiterung tritt um 00.00 Uhr in Kraft. Die Staats- und Regierungschefs der jetzt 25 EU-Mitgliedstaaten feiern das Ereignis auf einem Sondergipfel in Dublin.
- Die Bewohner von Falludscha feiern den Abzug der US-Soldaten aus der fast einen Monat lang belagerten irakischen Stadt.
- Die Gewerkschaften werfen der Bundesregierung am Tag der Arbeit das Scheitern ihrer Sozial- und Arbeitsmarktreformen vor und fordern eine radikale Kehrtwende. An der Hauptkundgebung in Berlin nehmen 25.000 Menschen teil.
- Bei den üblichen Krawallen in der Walpurgisnacht in Berlin werden 192 Beamte verletzt, 186 Personen werden vorläufig festgenommen. Die Polizei war mit 8.000 Beamten im Einsatz.
- Bewaffnete Angreifer überfallen in Saudi-Arabien Büros einer Ölraffinerie und töten mindestens sieben Menschen, darunter zwei US-Ingenieure, zwei Australier und zwei Briten.
2. Mai:
- Bewaffnete Palästinenser erschießen bei einem Überfall auf ein israelisches Auto im Gazastreifen vier Kinder und ihre Mutter.
- Bei Angriffen im Irak werden mindestens elf US-Soldaten getötet.
- Einen Tag nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union tritt Ministerpräsident Leszek Miller zurück.
- Bei Reparaturarbeiten an einem Tanklastzug in der westafghanistanischen Stadt Asisabad kommt es zu einer Explosion, 50 Menschen werden getötet.
19. Woche bis 9. Mai
3. Mai:
- DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp und Wen Jiabao unterzeichnen eine Vereinbarung über den Bau von Mercedes-Limousinen in China.
- Gut ein Jahr nach der Ermordung des früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic stellt sich der mutmaßliche Drahtzieher der Polizei. Milorad Lukovic, einstiger Anführer einer paramilitärischen Einheit, wird beschuldigt, den Anschlag am 12. März 2003 geplant zu haben.
- Nach den Vorwürfen der Misshandlung irakischer Gefangener sprechen die US-Streitkräfte in Bagdad dienstliche Verweise gegen sieben Soldaten aus.
- In Brüssel treten zehn EU-Kommissare aus den neuen Mitgliedstaaten ihr Amt an.
- Die Augsburger Justiz lässt erneut die Privatwohnung des der Steuerhinterziehung verdächtigten Politikersohns Max Strauß sowie Firmen des Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber durchsuchen. Damit soll neuen Hinweisen nachgegangen werden.
- Ein neuer Computerwurm erreicht in kurzer Zeit eine große Verbreitung. Ähnlich wie der "Blaster"-Wurm des vergangenen Jahres infiziert "Sasser" den PC nicht über E-Mail, sondern allein durch den Anschluss ans Netz.
- Die Grünen erklären die Zuwanderungsverhandlungen mit der Opposition für gescheitert und lösen damit eine Koalitionskrise aus.
- Bei den bislang schwersten Angriffen auf US-Truppen in der schiitischen Stadt Nadschaf werden 20 irakische Kämpfer getötet.
4. Mai:
- Der Ölpreis erreicht mit 38,21 Dollar pro Barrel (159 Liter) an der New Yorker Rohstoffbörse den höchsten Stand seit Oktober 1990.
- Im Zuge der Ermittlungen gegen mehrere Firmen wegen des Verdachts auf millionenschweren Betrug mit Fördermitteln werden das sächsische Wirtschaftsministerium und mehr als 30 Objekte in sechs Bundesländern durchsucht.
- Zinserträge bleiben teilweise steuerfrei. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement scheitert mit einem Vorstoß zur Abschaffung des Sparerfreibetrages am Widerstand von Bundeskanzler Gerhard Schröder.
- Der Bund muss dieses Jahr mehr neuen Schulden machen als die bisher geplanten 29,3 Milliarden Euro. Das Defizit im laufenden Haushalt belaufe sich auf zehn bis 18 Milliarden Euro.
5. Mai:
- Im April geht die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53.000 auf 4,443 Millionen zurück.
- Der bereits für dieses Jahr angestrebte Abzug von rund 20.000 US-Soldaten aus Irak wird bis Ende 2005 zurückgestellt.
- Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Truppen und Jugendlichen im Gazastreifen werden drei Palästinenser erschossen.
- Ein dreifacher Bombenanschlag auf eine Polizeiwache schreckt 100 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele Athen auf. Die Sprengsätze explodieren innerhalb einer halben Stunde und richten Sachschaden an.
- Drei Jahre nach Bekanntwerden des Berliner Bankenskandals beginnt der erste Prozess gegen ehemalige Topmanager der Bankgesellschaft.
- Haushaltskrise in Deutschland: Der Bund muss dieses und nächstes Jahr Etatlöcher von insgesamt bis zu 33 Milliarden Euro stopfen.
- US-Präsident George W. Bush verurteilt die Misshandlung irakischer Gefangener als abscheulich und kündigt eine umfassende Untersuchung an.
- Die Saat für den bundesweit ersten großflächigen Anbau von Gen-Mais ist im Boden. Betriebe in sieben Bundesländern sind beteiligt.
- Drei kleine Jungen werden bei Bremen von einem Güterzug überrollt und getötet. Die Tragödie ereignet sich an einem nicht gesicherten Abschnitt der Eisenbahnstrecke Osnabrück - Bremen.
6. Mai:
- Die US-Regierung war nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) schon vor Monaten von der Misshandlung irakischer Häftlinge unterrichtet.
- Georgien setzt sich im Konflikt mit der abtrünnigen Region Adscharien durch. Der bisherige Gouverneur Aslan Abaschidse tritt zurück und reist nach Moskau.
- In der libyschen Hafenstadt Bengasi werden fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt wegen der Infektion von Patienten mit dem Aids-Virus zum Tode verurteilt.
- Mit den Stimmen der Koalition verabschiedet der Bundestag das rot-grüne Gesetz zur Eindämmung illegaler Beschäftigung, das dem Bund jährlich wenigstens eine Milliarde Euro Mehreinnahmen bringen soll.
- Regierung und Gewerkschaften verständigen sich auf einen Plan zur Rettung der Fluggesellschaft Alitalia.
- Die achtjährige Levke aus Cuxhaven verschwindet, nachdem sie sich von ihren Freundinnen nach der Schule verabschiedet hat. Die Polizei findet am nächsten Tag in einem rund 20 bis 25 Kilometer entfernten Waldstück Jacke und Schultasche des Mädchen. Am 23. August entdeckt ein Pilzsammler die skelettierte Leiche in einem Waldstück bei Attendorn.
7. Mai:
- Die heftig umstrittene Lehrstellenabgabe ist Gesetz. Bei einem Mangel an Ausbildungsplätzen kann sie im Herbst erstmals erhoben werden.
- US-Präsident Bush fordert Israel zum Rückzug aus den besetzten Gebieten auf.
- In Sachsen zeichnet sich ein Subventionsbetrug ungeahnten Ausmaßes ab. Es geht um EU-Fördermittel von 20 Millionen Euro, die das Wirtschaftsministerium von 1999 bis 2003 an eine Weiterbildungsfirma zu Unrecht gezahlt hat.
- Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an die "Petersburger Soldatenmütter" und die türkische Rechtsanwältin Eren Keskin.
- Unter Druck wegen der Misshandlung von Gefangenen in irakischen Gefängnissen räumt US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seine Verantwortung ein, weist aber Rücktrittsforderungen zurück. Bei den betroffenen Häftlingen entschuldigt er sich in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Senats.
- Im Bemühen um eine weitere Annäherung an die EU stimmt das türkische Parlament der Abschaffung der umstrittenen Staatssicherheitsgerichte und anderen Gesetzesänderungen zu.
- Der Bayerische Fernsehpreis geht an die Schauspieler Dagmar Manzel, Veronica Ferres, Tobias Moretti und Wolfgang Stumph.
8. Mai:
- Der 57-jährige Peter Harry Carstensen ist Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein bei der Landtagswahl Ende Februar 2005.
- Bei einem S-Bahn-Unglück in München werden zehn Menschen schwer und 32 weitere leicht verletzt. Die S-Bahn stößt mit einem 150 Tonnen schweren Gleisbauzug zusammen.
- Ein 18-jähriger Schüler aus Niedersachsen hat den Computerwurm "Sasser" entwickelt und damit weltweit Millionen Rechner abstürzen lassen. Der Jugendliche aus dem 600-Einwohner-Dorf Waffensen (Kreis Rotenburg) wird nach anonymen Hinweisen festgenommen.
- Bei einer Stichwahl zum iranischen Parlament gehen 37 von 57 Mandaten an die Konservativen.
9. Mai:
- Triumphaler Empfang für den neuen Deutschen Fußballmeister Werder Bremen: Zehntausende Fans feiern den vorzeitigen Titelgewinn ihrer Mannschaft.
- Der moskautreue tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow und einige seiner engsten Mitarbeiter werden bei einem Anschlag in Grosny getötet.
- Fünf Wochen vor der Europawahl am 13. Juni läuten CDU, CSU und Grüne die heiße Phase des Wahlkampfs ein. Zuwanderungsstreit, Reformpolitik und die Frage nach einem EU-Beitritt der Türkei stehen im Zentrum der Veranstaltungen.
- Die UN machen die sudanesische Regierung für die Übergriffe in der westlichen Provinz Darfur mitverantwortlich.
- In der Türkei wird der erste Spatenstich für den Bau eines gigantischen Tunnels gesetzt. Die Röhre soll bis 2008 den asiatischen und den europäischen Teil Istanbuls unter dem Bosporus hindurch verbinden und den Auto- und Zugverkehr entlasten.
20. Woche bis 16. Mai
10. Mai:
- Mit der fünften Abstimmungsrunde geht die Parlamentswahl in Indien zu Ende. Rund 215 Millionen der insgesamt 660 Millionen Wahlberechtigten in der größten Demokratie der Welt waren zur Stimmabgabe aufgerufen.
- Im Beisein von Bundeskanzler Schröder unterzeichnen die Chefs des Konzerns EADS und von Arianespace auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin einen Drei-Milliarden-Auftrag über 30 Ariane-5-Raketen.
11. Mai:
- Ex-Politbüromitglied Herbert Häber wird für den Tod dreier DDR-Grenzflüchtlinge der Anstiftung zum Mord schuldig gesprochen. Eine Strafe verhängt das Landgericht Berlin jedoch nicht.
- Im Internet tauchen Bilder von der Enthauptung des im Irak entführten Amerikaners Nicholas Berg auf.
- Nach Deutschland und Frankreich kann jetzt auch die Regierung in Rom mit einem milden Vorgehen der EU gegen das ausufernde italienische Staatsdefizit rechnen. Die EU-Finanzminister lehnen es ab, Italien wegen Missachtung des Stabilitätspakts einen Blauen Brief zu schicken.
- Die mit der Gesundheitsreform beabsichtigte Verminderung der Krankenkassenbeiträge kommt nicht voran. Die letzte konkret geplante Beitragssenkung - zum 1. Mai bei der Gmünder Ersatzkasse - wird vom Bundesversicherungsamt (BVA) gestoppt, weil die Finanzlage schlechter als erwartet sei, begründet ein Behördensprecher.
- Der Export bleibt der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Um satte 16,6 Prozent steigen die deutschen Exporte im März 2004 gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat.
12. Mai:
- Bundesverteidigungsminister Peter Struck lässt die Möglichkeit von Disziplinarmaßnahmen gegen Professor Michael Wolffsohn von der Bundeswehr-Hochschule in München prüfen. Er hatte Folter im Kampf gegen Terroristen für legitim erklärt.
- Zwölf Tage nach der Erweiterung leitet die EU-Kommission gegen sechs der zehn neuen Mitgliedstaaten ein Verfahren wegen übermäßiger Defizite ein.
- Bei einer Explosion in einer Kunststofffabrik in Glasgow kommen neun Arbeiter ums Leben.
- Gut zwei Wochen nach dem Rückzug vom japanischen Partner Mitsubishi trennt sich DaimlerChrysler nun auch von seinem südkoreanischen Alliierten Hyundai.
- Wegen der Misshandlung irakischer Gefangener erheben die US-Streitkräfte Anklage gegen zwei weitere Soldaten.
- In seiner letzten "Berliner Rede" ruft Bundespräsident Johannes Rau zu mehr Zuversicht auf und kritisiert verantwortungsloses Handeln von wirtschaftlichen und politischen Eliten.
- Die Deutsche Bahn AG verpflichtet den ehemaligen Chef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, als externen Berater für den Börsengang.
13. Mai:
- Hunderte neue Aufnahmen von Gefangenenmisshandlungen in Irak schockieren die US-Parlamentarier.
- Der Historiker Wolffsohn gerät wegen seiner Äußerungen zur Folterung von Terroristen zunehmend unter Druck, seine Professur an der Münchner Bundeswehrhochschule niederzulegen. Er lehnt dies ab und beruft sich auf das Recht der Meinungsfreiheit.
- Starke Exportüberschüsse geben der deutschen Konjunktur zu Jahresbeginn einen unerwarteten Schub. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), also die Summe der in der Bundesrepublik erwirtschafteten Leistung, steigt im ersten Quartal um real 0,4 Prozent.
- Im Korruptionsprozess um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage muss der ehemalige Geschäftsführer der Betreibergesellschaft AVG, Ulrich Eisermann, nach dem Urteil des Landgerichts hinter Gitter. Die Strafe für den früheren Geschäftsführer des Anlagenbauers Steinmüller, Sigfrid Michelfelder, wird zur Bewährung ausgesetzt. Der Ex-SPD-Politiker Norbert Rüther wird aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
- Die Botschafter der 25 EU-Mitgliedstaaten einigen sich in Brüssel auf eine gemeinsame Position zu den Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt des Landes zum Schengen-System.
- Bei in Großbritannien veröffentlichten Fotos von Gefangenenmisshandlungen in Irak handelt es sich nach Angaben der britischen Regierung um Fälschungen. Das britische Boulevard-Blatt "Daily Mirror" entschuldigt sich am nächsten Tag für die Veröffentlichung. Chefredakteur Morgan tritt zurück.
- Die Kongresspartei von Sonia Gandhi erreicht bei der Parlamentswahl zusammen mit verbündeten Parteien überraschend die absolute Mehrheit. Die BJP räumt ihr Scheitern ein, Vajpayee tritt wenige Stunden später zurück.
14. Mai:
- Der Bundesrat stoppt mit der Mehrheit der unionsregierten Länder das Gesetz zur Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe sowie das Gesetz zur Rentenbesteuerung.
- Der neue polnische Ministerpräsident Marek Belka bittet in einer Rede vor einer Vertrauensabstimmung im Parlament die Abgeordneten um einen "Einjahresvertrag" für seine Minderheitsregierung.
- Die rund 580.000 Beschäftigten in der deutschen Chemieindustrie erhalten 2,1 Prozent mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft einigen sich in Lahnstein auf eine lineare Anhebung der Einkommen um 1,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 0,6 Prozent.
- Das Gesetz zur neuen Rentensteuer ab 2005 ist vorerst gestoppt. Die Unions-Mehrheit im Bundesrat ruft den Vermittlungsausschuss an. Ihr Ziel ist es vor allem, Steuervorteile für Lebensversicherungen zu retten.
- Dänemark feiert die Hochzeit von Kronprinz Frederik mit der Australierin Mary Donaldson.
15. Mai:
- Südafrika wird 2010 die erste Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ausrichten. Das Land setzt sich bei der Abstimmung in Zürich gegen die Konkurrenten Marokko und Ägypten durch.
- Zum ersten Parteitag einer deutschen Partei im Ausland kommt die nordrhein-westfälische CDU im niederländischen Kerkrade zusammen.
- Als Konsequenz aus der Folteraffäre verbietet das US-Verteidigungsministerium einige besonders grausame Verhörmethoden in irakischen Gefängnissen.
- Der erste Ständige Vertreter der Bundesrepublik in der DDR, Günter Gaus, stirbt im Alter von 74 Jahren in Reinbek bei Hamburg.
16. Mai:
- Die Ukraine ist Gewinner des Eurovision Song Contest in Istanbul. Das Lied "Wild Dance" der Sängerin Ruslana kommt mit 280 Punkten auf Platz eins des 49. europäischen Musikwettbewerbs. Max Mutzke landet mit seinem Hit "Can't Wait Until Tonight" auf Platz acht.
- Papst Johannes Paul II. spricht in Rom die italienische Kinderärztin Beretta Molla und fünf weitere Gläubige heilig. Beretta Molla war 1962 eine Woche nach der Geburt ihres vierten Kindes wegen eines Tumors in der Gebärmutter im Alter von 39 Jahren gestorben.
- Marika Rökk, der Star unzähliger Operetten- und Musikfilme der Kriegs- und Nachkriegsjahre stirbt im Alter von 91 Jahren in Baden bei Wien.
21. Woche bis 30. Mai
17. Mai:
- Der Präsident des irakischen Regierungsrats, Abdel Sahraa Othman, wird bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad getötet.
- Die Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung löst in Indien einen Börsencrash aus. Die Kurse brechen innerhalb kurzer Zeit um mehr als 15 Prozent ein, der Handel wird zwei Mal vorübergehend ausgesetzt.
- Im deutschen Militärschiffbau kommt es zu dem lange erwarteten Mammut-Zusammenschluss: Die drei Großwerften HDW in Kiel, Deutsche Nordseewerke in Emden und Blohm & Voss in Hamburg landen unter dem Dach von ThyssenKrupp.
- Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern KarstadtQuelle bekommt einen neuen Chef. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Nachfolger wird ab 1. Juni der bisherige Chef der zum Konzern gehörenden Versandhäuser Quelle und Neckermann, Christoph Achenbach.
- Die Koalition will bei den Steinkohlesubventionen jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag zusätzlich einsparen. Nach zweiwöchigen Verhandlungen einigten sich SPD und Grüne auf einen Kompromiss, der einen neuen Auszahlungsmodus, Änderungen bei der Frühverrentung und eine stärkere Berücksichtigung des Weltmarktpreises vorsieht. Die Zeche Walsum soll Ende 2008 geschlossen werden.
- Bei einem Brand in einem Gefängnis in Honduras kommen 104 Häftlinge ums Leben.
- ARD und ZDF sichern sich die Übertragungsrechte für 48 der 64 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Darunter sind fast alle Spitzenspiele.
18. Mai:
- Die Äußerungen des Historikers Wolffsohn von der Bundeswehr-Uni München zur Anwendung von Folter im Kampf gegen Terrorismus bleiben ohne rechtliche oder disziplinarische Konsequenzen.
- Wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage vor dem FlowTex-Untersuchungsausschuss leitet die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren gegen den PR-Berater Moritz Hunzinger und Infas-Chef Menno Smid ein.
- Sonia Gandhi verzichtet auf das Amt des indischen Ministerpräsidenten aus.
- Der Traum von den dritten Olympischen Spielen in Deutschland nach 1936 und 1972 ist geplatzt. Leipzig scheidet mit seiner Bewerbung um die Ausrichtung der Veranstaltung im Jahr 2012 aus dem Kreis der Kandidaten aus. Nominiert für das weitere Bewerbungsverfahren sind Paris, London, New York und Madrid sowie etwas überraschend Moskau.
- Der frühere Präsident und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bundesbahn, Heinz Maria Oeftering, stirbt im Alter von 100 Jahren in Frankfurt am Main. Der am längsten amtierende Bahnchef stand von 1957 bis 1972 an der Spitze des Unternehmens.
- Am Rande einer Europawahlveranstaltung der SPD in Mannheim geht ein Mann auf Bundeskanzler Schröder zu und ohrfeigt ihn. Gegen den 52-jährigen Täter aus einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Bad Krozingen wird wegen Verdachts der Körperverletzung sowie der Beleidigung wird am nächsten Tag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
19. Mai:
- Bei einem israelischen Angriff auf das Flüchtlingslager Rafah im Gazastreifen kommen zehn Kinder und Jugendliche ums Leben.
- Das Bundeskabinett verlängert das Mandat der deutschen Soldaten im Kosovo um ein weiteres Jahr.
- Die Europäische Union und die Schweiz stellen ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage. Bei ihrem ersten Gipfeltreffen besiegeln beide Seiten in Brüssel ein umfangreiches Abkommen. Dazu gehören eine EU-weite Zinsbesteuerung ausländischer Kapitalerträge und der Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen.
- Bei einem US-Luftangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft im Irak werden mehr als 40 Zivilisten getötet.
- Im ersten Prozess um die Misshandlung irakischer Gefangener wird ein amerikanischer Soldat von einem US-Militärgericht schuldig gesprochen. Der geständige Militärpolizist Jeremy Sivits wird zu einem Jahr Haft verurteilt, aus der Armee ausgeschlossen und degradiert.
- Nach dem Verzicht von Sonia Gandhi wird der ehemalige Finanzminister Manmohan Singh zum neuen indischen Ministerpräsidenten ernannt.
- Für die Flugzeugkatastrophe vor zwei Jahren über dem Bodensee waren die Schweizer Flugsicherung Skyguide und Pilotenfehler verantwortlich. Das ist das Ergebnis des Abschlussberichts der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU). Bei dem Zusammenstoß einer Boeing-Frachtmaschine mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine im Juli 2002 waren 71 Menschen, darunter 45 Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen.
- Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen-Anhalt verhaften einen 39-jährigen Unternehmer, der das Land um 100 Millionen Mark Subventionsgelder geprellt haben soll.
20. Mai:
- Der Schauspieler Carl Raddatz stirbt im Alter von 92 Jahren. Raddatz galt als einer der populärsten Schauspieler der Nachkriegszeit.
- Für seine Verdienste um die Erweiterung der Europäischen Union wird der Präsident des Europaparlaments, Pat Cox, mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.
- Kurz vor der Kür des neuen Bundespräsidenten entbrennt ein heftiger Streit über die Nominierung des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger als CDU-Wahlmann. Ein breites Bündnis aus SPD, Grünen, PDS, Künstlern sowie Nazi-Verfolgten kritisieren in scharfer Form die Entsendung des früheren NS-Richters in die Bundesversammlung.
21. Mai:
- Atempause im Flüchtlingslager Rafah: Nach tagelangen Gefechten ziehen sich die israelischen Truppen aus Teilen des Lagers zurück.
- Der Münchner Medienunternehmer Kloiber erwirbt nach und nach die Aktienmehrheit am zweitgrößten deutschen Kinobetreiber Cinemaxx.
22. Mai:
- Der spanische Thronfolger Felipe heiratet in Madrid Letizia Ortiz.
- Mehr als 40.500 BAföG-Empfänger müssen Leistungen in einem Umfang von insgesamt 160 Millionen Euro zurückzahlen. Es handelt sich um Schüler und Studenten, die in den Jahren 2000 und 2001 zu viel Geld aus den BAföG-Töpfen von Bund und Ländern erhalten haben.
23. Mai:
- In der saudiarabischen Hauptstadt Riad wird ein Deutscher erschossen, der als Lebensmittellieferant für eine saudiarabische Fluggesellschaft gearbeitet hat.
- Der Dokumentarfilm "Fahrenheit 9/11" von Bush-Kritiker Michael Moore gewinnt beim Filmfestival in Cannes die Goldene Palme.
23. Mai:
- Beim Unfall eines neuen Ausflugschiffs auf dem Starnberger See in Bayern werden bis zu 15 Menschen leicht verletzt. Die "MS Starnberg", ein Boot in Katamaran-Bauweise mit 141 Menschen an Bord, fährt in der Ortschaft Berg mit einem der beiden Rumpfteile in die Kaimauer.
- Horst Köhler löst Johannes Rau als Bundespräsident ab. Bereits im ersten Wahlgang wird der Kandidat von CDU und FDP in Berlin von der Bundesversammlung zum neuen Staatsoberhaupt gewählt - allerdings nur mit hauchdünner Mehrheit. In seiner Antrittsrede mahnt Köhler Mut zur Veränderung an. "Deutschland soll ein Land der Ideen werden", gibt er als Motto für seine fünfjährige Amtszeit aus.
- Beim Einsturz tonnenschwerer Dachteile eines neuen Terminals auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle kommen mindestens fünf Menschen ums Leben. Das Unglück ereignet sich in einem erst vor elf Monaten eröffneten Terminals.
- Bei einem Anschlag auf einen Bus der indischen Grenztruppen in Kaschmir werden mindestens 33 Menschen getötet.
22. Woche bis 30. Mai
24. Mai:
- Eine Explosion in der Innenstadt von Bagdad kostet vier Menschen das Leben. Unter den Opfern sind auch zwei Briten. Die USA bringen eine Resolution zur irakischen Übergangsregierung in den Sicherheitsrat ein.
- Die Lufthansa kündigt eine Kapitalerhöhung an. Das frische Kapital von mindestens 750 Millionen Euro soll vor allem in den Ausbau der Langstreckenflotte, unter anderem in den neuen Riesenairbus A380, gesteckt werden.
- Bei der Explosion eines mit Düngemitteln beladenen Lastwagens kommen in der Nähe der rumänischen Stadt Mihailesti mindestens 16 Menschen ums Leben.
- In drei Ballungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland beginnt ein neues Fernsehzeitalter: Digitaler Fernsehempfang per Antenne ermöglicht künftig den Empfang von maximal 24 Programmen unabhängig von Kabel und Satellitenschüssel.
- Nach sechs Tagen beenden die israelischen Streitkräfte ihre Offensive im Flüchtlingslager Rafah im Gazastreifen. Bei der Militäraktion wurden 41 Palästinenser getötet.
25. Mai:
- In Hildesheim beginnt der Prozess um die Misshandlung eines Berufsschülers durch seine Klassenkameraden.
- Nach jahrelangem Streit um das Zuwanderungsgesetz erzielen Regierung und Opposition einen Kompromiss. Man einigt sich auf die Eckpunkte für einen gemeinsamen Entwurf, die eine Reihe zusätzlicher Anti-Terror-Maßnahmen beinhalten. Auch in den Bereichen Arbeitsmigration, Flüchtlingsschutz und Integration kommt es zu einer Verständigung.
- Der von Großbritannien und den USA vorgelegte Entwurf für eine UN-Resolution zur Gestaltung der Nachkriegszeit im Irak wird im Sicherheitsrat überwiegend positiv aufgenommen.
- Die umstrittene neue Landebahn des Frankfurter Flughafens wird wegen Verzögerungen beim Planfeststellungsverfahren frühestens 2009 in Betrieb gehen und damit zwei Jahre später als ursprünglich geplant.
- Bei einer Flutkatastrophe auf der Karibikinsel Hispaniola kommen mehr als 2.000 Menschen ums Leben.
27. Mai:
- Der Fall des untergetauchten Islamistenführers Kaplan nimmt eine überraschende Wendung. Der Haftbefehl gegen Kaplan wird aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht Köln einen zweimonatigen Abschiebestopp verfügt hatte. Die Polizei stellt daraufhin nach Angaben eines Sprechers die europaweite Fahndung ein.
- Angesichts der weiter instabilen Situation in der Balkanregion verlängert der Bundestag mit den Stimmen aller Fraktionen das Mandat der deutschen Truppe für den KFOR-Einsatz für ein weiteres Jahr.
- In Anwesenheit von mehr als 2.000 Gästen aus aller Welt feiern der jordanische Kronprinz Hamsah und Prinzessin Nur ihre Hochzeit.
28. Mai:
- Der untergetauchte Islamistenführer Kaplan meldet sich zurück und kämpft mit allen juristischen Mitteln um seinen Verbleib in Deutschland.
- In der seit einer Woche dauernden Warnstreik-Welle bei der Post wollen nun auch die Briefträger streiken.
- Ein chilenisches Gericht hebt die Immunität des früheren Diktators Augusto Pinochet auf. Damit könnte dem 88-jährigen Pinochet der Prozess wegen Menschenrechtsverletzungen gemacht werden.
29. Mai:
- Im Streit um die vollständige Verlegung des Bundeskriminalamtes nach Berlin gibt Innenminister Otto Schily nach und stimmt einer abgespeckten Version zu. Demnach bleiben die Standorte Meckenheim und Wiesbaden erhalten.
- In Saudi-Arabien stürmt eine Gruppe bewaffneter Männer das Gelände von zwei Ölfirmen in der östlichen Stadt Chobar. Die Wohnanlage wird von Spezialeinheiten gestürmt. 22 Menschen kommen ums Leben.
30. Mai:
- Zwei 18 und 20 Jahre alte Frauen werden im Bonner Hauptbahnhof von einem Güterzug überfahren und tödlich verletzt. Eine dritte Frau im Alter von 19 Jahren kann sich gerade noch retten.
31. Mai:
- Der Islamistenführer Kaplan meldet sich wieder bei der Kölner Polizei.
- Bei einem Bootsunglück in der österreichischen Seegrotte Hinterbrühl ertrinken fünf Touristen, darunter vier Deutsche. Das Boot mit insgesamt 27 Besuchern an Bord kentert nur 150 Meter vom Eingang der Höhle entfernt.
- Bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in der pakistanischen Hafenstadt Karachi werden mindestens 15 Menschen getötet.
Tote im Mai:
1. Felix Haug, 52, Schweizer Popmusiker, in Zürich
4. Clement "Sir Coxsone" Dodd, 72, Entdecker von Bob Marley und
Pionier des Reggae, in Kingston
6. Barney Kessel, 80, US-Jazz-Gitarrist, in San Diego
14. Rudi Arndt, 77, ehem. Frankfurter Oberbürgermeister, in Kiew
14. Günter Gaus, 74, ehem. Ständiger Vertreter der Bundesrepublik
in der DDR, in Reinbeck
16. Marika Rökk, 91, Schauspielerin und Operettensängerin, in
Wien
18. Heinz Maria Oeftering, 100, ehem. Präsident und
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bundesbahn, in Frankfurt
am Main
19. Carl Raddatz, 92, dt. Schauspieler, in Berlin
24. F. Wilhelm Christians, 82, ehem. Vorstandssprecher und
Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, in Frankfurt
am Main
27. Werner Tübke, 74, dt. Maler, in Leipzig
27. Umberto Agnelli, 69, ital. Unternehmer, Fiat-Präsident, in
Turin
28. Bohuslav Chnoupek, 78, von 1971 bis 1988 Außenminister der
Tschechoslowakei, in Prag
29. Archibald Cox, 92, früherer Watergate-Sonderermittler, in
Brooksville
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