Trotz massiver Proteste: Japan: Betreiber fährt nach Skandal Reaktor wieder an
zuletzt aktualisiert: 07.05.2003 - 11:17Tokio (rpo). Der skandalerschütterte japanische Atombetreiber TEPCO hat einen der der 17 notabgeschalteten Kernrekatoren wieder hochgefahren. Dagegen regt sich massiver Protest.
Spitzenvertreter der Provinzregierung von Niigata erteilten die Betriebsgenehmigung für den Reaktor Nummer 6 in TEPCOs Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, wie TEPCO am Mittwoch Stunden vor dem Wiederanfahren mitteilte. Nach Darstellung des Unternehmens müssten zumindest etwa zehn Reaktoren rechtzeitig wieder angefahren werden, um ernste Stromausfälle in der Hauptstadt Tokio während der kommenden Hitzemonate zu vermeiden.
Auch die Regierung hatte davor gewarnt. Dagegen argumentierten Atomkraftgegner, TEPCO beschwöre bewusst eine Krise herauf, um seine Reaktoren wieder hochzufahren. Japans größter Atombetreiber hatte mit der Vertuschung von Berichten über Schäden in Reaktoren für einen Skandal gesorgt, der das Vertrauen in die Atomsicherheit schwer erschütterte.
Darauf wurde die Not-Abschaltung der 17 Meiler veranlasst, fast ein Drittel aller Reaktoren im Lande. Man habe bei den seit Januar vorgenommenen Inspektionen keine Risse in der Kernummantelung des Reaktors in Niigata gefunden, hieß es nun.



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