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Berlin
Jeder dritte Bürger fühlte sich schon einmal diskriminiert

Berlin. Erfahrungen mit Diskriminierung sind in Deutschland weit verbreitet. Das geht aus den Ergebnissen einer neuen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor. Demnach gaben 31,4 Prozent der befragten Personen an, schon einmal diskriminiert worden zu sein. Besonders häufig empfanden sie Benachteiligungen aufgrund ihres Alters (knapp 15 Prozent) oder Geschlechts (gut neun Prozent). Diskriminierungen aufgrund von Weltanschauung oder Religion sowie aufgrund der ethnischen Herkunft erfuhren jeweils gut acht Prozent der Befragten. Von Jan Drebes

Für die repräsentative Studie hatte das Bielefelder Institut für Sozialforschung und Kommunikation 1000 Personen ab 14 Jahren bundesweit telefonisch befragt. Aus dieser Erhebung wollten die Forscher Rückschlüsse ziehen, wie verbreitet Diskriminierung in der Bevölkerung ist. Außerdem konnten sich alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren - ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft - schriftlich zu Diskriminierung äußern. 17.000 Menschen schilderten dabei ihre persönlichen Erfahrungen.

Für die Chefin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, folgen daraus wichtige Erkenntnisse für die eigene Arbeit. "Jeder Mensch kann betroffen sein", sagte Lüders bei der Vorstellung der Studie gestern in Berlin. Es sei also in jedermanns Interesse, mit ganzem Einsatz gegen jede Form von Diskriminierung anzugehen. Das sei "alles andere als ein Nischenthema". Zumal knapp die Hälfte der Studienteilnehmer berichtete, die Diskriminierung bei der Arbeit erlebt zu haben. Und immerhin jeder Zehnte gab an, wegen der eigenen sozioökonomischen Lage benachteiligt worden zu sein - ein Aspekt, der im Gleichbehandlungsgesetz nicht berücksichtigt wird. Lüders will sich nach eigenen Angaben für Nachbesserungen einsetzen.

(jd)
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