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Mehrheit rechnet mit Verschwinden der Grünen -: Jeder vierte Deutsche würde Schill in Bundestag wählen

zuletzt aktualisiert: 26.09.2001 - 13:18

Hamburg (rpo). Ein Viertel der Deutschen würde laut Umfrage bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr eventuell eine Partei wie die des Hamburger Amtsrichters Ronald Schill wählen.

Von den CDU-Wählern sagt sogar jeder Dritte (34 Prozent), dass er sich vorstellen könnte, Schill seine Stimme zu geben, wie die am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage für die Hamburger Zeitung "Die Woche" ergab. Zwei Drittel der 1.002 Befragten schließen ein solches Votum für sich aus.

24 Prozent der Befragten stufen die Schill-Partei als konservativ-bürgerlich ein, 47 Prozent als rechtspopulistisch und nur fünf Prozent als rechtsradikal. Von denen, die sich vorstellen könnten, eine solche Partei zu wählen, hält sie sogar fast die Hälfte (49 Prozent) für konservativ-bürgerlich. Von den SPD-Anhängern könnten sich 20 Prozent vorstellen, der Schill-Partei ihre Stimme zu geben.

An das Überleben der Grünen glaubt dagegen die Mehrheit der Deutschen nicht mehr. 51 Prozent der Befragten rechnen nach der jüngsten Wahlniederlage der Partei in Hamburg damit, dass die Grünen aus der Parteienlandschaft verschwinden werden. 42 Prozent geben ihnen noch eine Zukunft. Selbst von den Grünen-Anhängern sind 31 Prozent davon überzeugt, dass die Partei dem Untergang geweiht ist. 62 Prozent glauben, dass die rot-grüne Koalition die Krise nach den Terror-Angriffen überleben wird, immerhin 26 Prozent erwarten, dass sie daran zerbricht.

Die Terror-Krise prägt auch weiterhin die politische Stimmung. Die SPD legte gegenüber der Vorwoche um einen weiteren Punkt zu und käme, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, laut Umfrage auf 41 Prozent. Die Union verlor einen Punkt und käme auf 36 Prozent. FDP (acht Prozent), Grüne (sechs) und PDS (fünf) blieben unverändert. Bundeskanzler Gerhard Schröder verbesserte sich bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz um zwei Prozentpunkte. Er liegt mit 48 Prozent jetzt 16 Punkte vor dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und mit 55 Prozent sogar 33 Punkte vor der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, für die nur noch 22 Prozent der Befragten stimmen würden.

Quelle: RPO Archiv

 
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