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Wolfsburg
Jetzt auch Ermittlungen gegen VW-Aufsichtsratschef Pötsch

Wolfsburg. Doppelter Ärger für Volkswagen: Zunächst wurde gestern bekannt, dass bei der VW-Tochter Audi angeblich eine weitere Schummel-Software zur Manipulation von Abgaswerten entdeckt wurde. Wenig später teilte der Konzern dann mit, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Abgasskandals nun auch gegen Volkswagen-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch ermittelt.

Dieser war Finanzvorstand, als Ende 2015 in den USA der Skandal um manipulierte Abgaswerte aufgedeckt wurde. An der Börse hatten die VW-Aktien nach Bekanntwerden massiv an Wert verloren. Viele Anleger fühlten sich betrogen und erstatteten Anzeige. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen Pötsch. Der Vorwurf: Er habe Anleger zu spät informiert.

Auch in den USA droht Volkswagen weiterer Ärger, denn die VW-Tochter Audi soll stärker in die Abgasaffäre verstrickt sein als bekannt. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat die kalifornische Umweltbehörde Carb im Sommer eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt. Diese habe Audi auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet, schreibt die Zeitung. Eine Software erkenne an der Position des Lenkrads, ob sich ein Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet.

"Der Konzern hat anscheinend gehofft, der Abgasskandal geht irgendwann wie eine Grippe vorüber", sagte Grünen-Verkehrspolitiker Oliver Krischer: "Das war ein Trugschluss und holt VW fast jeden Tag aufs Neue ein."

(frin)
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