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Treffen mit Albright: Jiang: Taiwan soll Ein-China-Grundsatz anerkennen

zuletzt aktualisiert: 23.06.2000 - 07:24

Peking (dpa). Der Dialog zwischen China und Taiwan kann nach den Worten des chinesischen Staats- und Parteichefs Jiang Zemin erst wieder aufgenommen werden, wenn sich Taiwan zum Ein-China-Grundsatz bekennt, wonach die Insel zu China gehört.

Auf die Forderung der USA, Gespräche mit dem neu gewählten taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-Bian aufzunehmen, sagte Jiang Zemin der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright: "Wir haben wiederholt gesagt, wer auch immer die Macht in Taiwan übernimmt, ist zu Gesprächen mit uns auf dem Festland willkommen, auch können wir nach Taiwan gehen, solange er die Ein-China-Politik akzeptiert."

Bei dem abendlichen Treffen sagte Jiang Zemin nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua vom Freitag, die USA sollten sich an ihre Abmachungen mit China halten und ihre Ein-China-Politik in die Praxis umsetzen, um eine Grundlage für die reibungslose Entwicklung der Beziehungen zu legen. Das längere Gespräch mit Jiang Zemin war der Höhepunkt des Besuches von Albright, der eine Normalisierung der Beziehungen zwischen China und den USA darstellte. Albright war die ranghöchste amerikanische Besucherin, die China seit der nach NATO-Angaben irrtümlichen Bombardierung der chinesischen Botschaft in Belgrad im Mai vergangenen Jahres besucht hat.

Albright berichtete von einem weit reichenden Dialog, der über frühere Gespräche hinaus ging, lobte China für seine Mitarbeit bei der weltweiten Rüstungskontrolle und hob gemeinsame Ziele auf der koreanischen Halbinsel hervor. Nächste Station ihrer - nach dem innerkoreanischen Gipfel kurzfristig arrangierten - Reise war am Freitag Südkorea. Albright wollte sich aus erster Hand in Peking und Seoul ein Bild von der neuen Politik des nordkoreanischen Führers Kim Jong Il machen. Einen Abzug der 37 000 Soldaten in Südkorea lehnte Albright aber nachdrücklich ab.

Quelle: RPO Archiv

 
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