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Persönlich
Joachim Sobotta . . . ist auch mit 85 noch Mahner

Kaum ein anderer Chefredakteur hat das Bild der Rheinischen Post so nachhaltig geprägt wie Joachim Sobotta: Schließlich stand der promovierte Jurist über 29 Jahre an der Spitze der Redaktion. Als Joachim Sobotta, der heute 85 Jahre alt wird, 1997 aus dem Amt schied, war er der dienstälteste Chefredakteur Deutschlands. Von Horst Thoren

Wenn heutzutage mancherorts nach dem Redaktionsmanager gerufen wird, der als Leiter organisiert und steuert, ohne selbst journalistisch in Erscheinung zu treten, so entsprach das in keiner Weise dem Bild eines Chefredakteurs, wie es Joachim Sobotta vorgelebt hat. Er verstand sich stets als erster Journalist seiner Rheinischen Post. Seine viel gelobte, oft spitze Feder entwickelte sich in den Jahren zum Markenzeichen der Zeitung.

Kaum ein Tag, an dem Sobotta nicht kommentierte. Seine Leitartikel boten in Zeiten des Wandels und der politischen Umbrüche Orientierung. Seine Art der klugen Abwägung ließ dem Leser Raum, eigene Schlüsse zu ziehen. Seine größte journalistische Herausforderung sah er darin, das Zusammenwachsen Deutschlands zu befördern. Für den gebürtigen Niederschlesier war die Wiedervereinigung das große Geschenk der Geschichte. Gleichzeitig wünschte sich der engagierte evangelische Christ ein stärkendes, an christlichen Werten orientiertes Selbstverständnis. Dafür warb er - in der Zeitung und bei seinen vielen Auftritten.

Joachim Sobotta blieb auch im Ruhestand, was er als Chefredakteur war: ein Mahner.

Er ist bis heute gesuchter Gesprächspartner für viele in Politik und Gesellschaft. Er ist bekannt und anerkannt im Land am Rhein, das ihm Heimat wurde. Auch 20 Jahre nach seinem Ausscheiden erreichen die Redaktion noch Briefe, die an ihn gerichtet sind. Zum Geburtstag, den Joachim Sobotta im heimischen Meerbusch feiert, danken wir ihm für bleibende Verbundenheit und gratulieren herzlich.

Quelle: RP
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