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Diskussion um Hasenhüttl-Suspension: Kardinal Lehmann weist Rau-Kritik zurück

zuletzt aktualisiert: 20.07.2003 - 17:50

Freiburg (rpo). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, hat die Kritik von Bundespräsident Johannes Rau zurückgewiesen. Der hatte Bedenken an der Suspension des katholischen Priesters Gotthold Hasenhüttl (69) geäußert.

Eine derart deutlich formulierte Kritik in einer aktuellen Frage passe nicht zum Amt des Bundespräsidenten, sagte Lehmann am Sonntag in Freiburg. Er und die deutschen Bischöfe hätten sich über Raus Äußerungen "sehr gewundert". Er habe kein Verständnis für die Äußerungen von Rau, vor allem nicht für ihre Schärfe, sagte Lehmann.

"Es wäre besser gewesen, sich mit Argumenten auszutauschen", sagte Lehmann am Rande der Freiburger Bischofsweihe. Der Bundespräsident hatte sich in einem am Freitag in Berlin aufgezeichneten Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin Direkt" geäußert. Rau hatte gesagt: "Der ökumenische Kirchentag war gerade von den jungen Leuten her ein Zeichen dafür, dass sich Institutionen verändern. Um so schrecklicher ist für mich die Maßregelung eines Priesters, die ich als evangelischer Christ nicht verstehen kann, ohne da der katholischen Kirche ins Wort fallen zu wollen."

Lehmann sagte weiter, die Bischofskonferenz hätte eine Verständigung mit Hasenhüttl begrüßt. Die Kontoverse sei jedoch von Hasenhüttl provoziert worden. Die Amtsenthebung sei eine Folge davon, folglich habe Hasenhüttl diese zu verantworten. "Wenn jemand in dieser Form trotz mehrfacher und dringender Bitten und Warnungen gegen die geltenden Regeln verstößt, dann kann das nicht ohne Folgen bleiben", sagte Lehmann.

Hasenhüttl war am Donnerstag vom katholischen Bischof von Trier, Reinhard Marx, suspendiert worden, nachdem er bei einem Gottesdienst am Rande des ersten Ökumenischen Kirchentags in Berlin Ende Mai auch an Protestanten die Kommunion ausgeteilt hatte. Dies ist nach katholischem Kirchenrecht verboten und nur in Notlagen erlaubt.


 
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