Lage in Belfast beruhigt sich wieder: Katholische Mädchen weitgehend unbehelligt zur Schule
zuletzt aktualisiert: 07.09.2001 - 12:42Belfast (rpo). Nach tagelangen gewaltsamen Ausschreitungen hasserfüllter Protestanten gegen katholische Mädchen hat sich die Lage in Belfast am Freitag beruhigt.
Mehr als 100 katholische Schülerinnen und ihre Eltern blieben auf dem Weg zu ihrer Grundschule in der Ardoyne Road von Beschimpfungen und Pfeifkonzerten verschont. Diesmal protestierten die Anwohner schweigend. Trotzdem schützten Soldaten und Polizei den Schulweg der Kinder, der Anfang der Woche zu einem Schlachtfeld geworden war.
Etwa 200 Protestanten gedachten am Morgen schweigend eines 16-Jährigen, der von einer Katholikin überfahren worden war. Gegen die Frau wird wegen Mordes ermittelt. Die Demonstranten appellierten an die Katholiken, im Gedenken an den getöteten Jugendlichen am Freitag einen anderen Weg zur Heiligkreuz-Grundschule zu wählen. Der Teenager sollte am Freitag beerdigt werden.
Am Mittwoch hatten militante Demonstranten in der Nähe der Schule einen Bombenanschlag verübt, bei dem zwei Polizisten verletzt wurden. Zu dem Anschlag bekannte sich eine Organisation mit der Bezeichnung Red Hand Defenders. Diese hatte zuvor mit Angriffen auf katholische Eltern und Polizisten gedroht. Die Behörden vermuten, dass es sich bei den Red Hand Defenders um den Tarnnamen für Mitglieder der paramilitärischen Ulster Defense Association (UDA) handelt.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

