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Gipfeltreffen der Arabischen Liga: Kein Entschluss über Hussein-Exil

zuletzt aktualisiert: 01.03.2003 - 19:57

Scharm el Scheich (rpo). Der Irak-Gipfel der Arabischen Liga ist am Samstagabend ohne eine Entscheidung über den möglichen Rücktritt der irakischen Führung zu Ende gegangen. Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate sah darin die einzige Option, den Krieg am Golf noch zu verhindern.

"Die Araber haben den Vorschlag nicht abgelehnt, sondern sie haben es abgelehnt, überhaupt darüber zu diskutieren", sagte VAE- Informationsminister Abdullah Ibn Zajid el Nahjan, nach dem Ende des Gipfeltreffens in dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich. Offenbar fehle ihnen der dafür notwendige Mut. Die Situation sei ernst, der Krieg stehe bald bevor, warnte er und fügt hinzu: "Wir können die amerikanischen und britischen Soldaten nicht aufhalten."

In einem Brief an den Krisengipfel der Arabischen Liga im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich schlug Präsident Scheich Sajed bin Sultan el Nahjan eine Amnestie vor, sollten Saddam Hussein und sein Führungszirkel ins Exil gehen. Die USA haben den Rücktritt des irakischen Staatschefs zur Bedingung für eine Abwendung des Krieges gemacht.

Nach Einschätzung von Beobachtern steht Scheich Sajed mit seiner Position in der 22 Staaten umfassenden Arabischen Liga weitgehend alleine. Der UN-Botschafter Iraks, Mohammed El Duri, sagte dem Sender CNN, für einen Rücktritt Saddam Husseins gebe es keine Chance. In dem Brief wird Saddam Hussein nicht namentlich erwähnt: "Die irakische Führung sollte zurücktreten und Irak mit all den entsprechenden Vorteilen innerhalb von zwei Wochen nach Annahme dieser Initiative verlassen." Der Stellvertreter von Saddam Hussein, Issat Ibrahim El Douri, ignorierte den Vorschlag. Stattdessen warf er den USA vor, die arabische Welt zerstören zu wollen. In der live übertragenen Sitzung sagte er: "Fluch über Amerika. Fluch über die amerikanische Regierung, aber nicht über das amerikanische Volk."

Der syrische Präsident Baschar Assad sagte, es sei ein Fehler, in der irakischen Führung den Urheber der Krise zu sehen. Die USA seien nicht am Sturz einer Diktatur interessiert. Vielmehr ginge es ihnen darum, sich "das irakische Öl zu sichern, die Infrastruktur des Landes zu zerstören und die Landkarte der Region neu zu zeichnen".

Das unter den arabischen Staatschefs in der Haltung gegenüber Amerika keine Einigkeit herrscht, zeigte der Auftritt des libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi. Er warf Saudi-Arabien vor, eine "Allianz mit dem Teufel" eingegangen zu sein, als das Land 1991 die USA um militärischen Schutz gegen Irak bat. Der saudische Kronprinz Abdullah rief von der anderen Seite des Sitzungssaales: "Reden Sie nicht über Dinge, die Sie nichts angehen!" Er provozierte Gaddafi mit der Frage, wem er wohl seine Macht zu verdanken habe. Kurz darauf wurde die Live-Übertragung der Konferenz ohne Erklärung unterbrochen.


 
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