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Peking lehnt Einladung ab: Kein Gipfeltreffen China-Taiwan

zuletzt aktualisiert: 20.06.2000 - 12:57

Peking (dpa). China und Taiwan werden vorerst kein Gipfeltreffen wie die beiden koreanischen Staaten abhalten. Auf die Einladung des neuen taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian an Staats- und Parteichef Jiang Zemin, ohne Vorbedingungen ein solches Treffen zu arrangieren, reagierte Peking am Dienstag abweisend mit der Forderung, Taipeh solle erst anerkennen, dass Taiwan zu China gehöre.

Bei seinem Vorschlag hatte Chen Shui-bian zuvor gesagt, beide Präsidenten sollten sich nach dem Vorbild der Staatschefs von Nord- und Südkorea "die Hand reichen und die Geschichte neu schreiben". Der taiwanesische Präsident sagte, er glaube, dass beide Seiten über die gleiche Weisheit und Kreativität dafür verfügen. So könnten sie "einen historischen Augenblick schaffen, wenn wir einander die Hand reichen".

Er fügte aber hinzu, er habe als Präsident nach der Verfassung die Pflicht, "die Souveränität und Würde der Republik China (Taiwan) zu wahren". Auch hätten allein die 23 Millionen Bürger Taiwans das Recht, über die Zukunft der Inselrepublik zu entscheiden.

Seit der Amtsübernahme von Chen Shui-bian vor einem Monat fordert Peking, dass er den Ein-China-Grundsatz anerkennt, mit dem die kommunistische Führung ihren Machtanspruch über Taiwan definiert. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Zhu Bangzao, sagte, das Ein-China-Prinzip sei "eine Frage von richtig oder falsch". Hier könne China keine Konzessionen machen.

Taiwan solle anerkennen, dass es ein Teil Chinas sei: "Unter dieser Bedingung kann über alles geredet werden und Führer aus Festlandchina können Taiwan besuchen und taiwanesische Führer können Festlandchina besuchen."

Quelle: RPO Archiv

 
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