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Kim Dotcom . . . kämpft gegen seine Auslieferung

Kim Dotcom kämpft gegen seine Auslieferung
FOTO: afp
Sein Name ist sein Anspruch. Dotcom - das klingt nach Mister Internet, nach dem Weisen aus dem Neuland. Nach seinem Selbstverständnis ist Kim Dotcom, gebürtig 1974 in Kiel als Kim Schmitz, genau das. Er kennt die Ecken und Umwege des Netzes und alles, was dem normalen Nutzer verborgen bleibt. Und dieses Wissen nutzte er mit windigen bis illegalen Geschäften für sehr viel Geld.

Er ist verurteilt wegen Betrugs, Insiderhandel und Urheberrechtsverletzungen. Doch Dotcoms Probleme mit deutschen Gerichten wirken lächerlich, wenn man beachtet, dass ihn das FBI verfolgt und mit 20 Jahren Haft in den USA droht. Dotcom, der Gründer des Portals Megaupload, auf dem Millionen Filme illegal feilgeboten wurden, soll aus seiner Wahlheimat Neuseeland an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden. Während Dotcom 175 Millionen Dollar Gewinn damit gemacht haben soll, verzeichneten Hersteller von Filmen, Musik und Software 500 Millionen Euro Verlust.

Dotcom will seine Auslieferung nun mit allen Mitteln verhindern. Und weil ihm das Internet bestens vertraut ist, will er die Berufungsverhandlung gegen seinen Auslieferungsbescheid vor dem Gericht in Auckland live ins Internet übertragen. Die Richter scheinen seinem Ersuchen nicht besonders offen gegenüber zu sein. So wie ganz Neuseeland ein wenig die Freude am digitalen Promi verloren hat. Immer wieder haben die Behörden darüber nachgedacht, ihm die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen.

Einige seiner Unternehmen gingen Pleite, mit Megaupload machte er sich zum Millionär. Der finnische und deutsche Staatsbürger arbeitete mit Staatsanwälten zusammen und erlebte später, wie das FBI 2012 illegal sein Anwesen in Auckland durchsuchen ließ. Er war zweimal verheiratet und hat fünf Kinder. Seine Auslieferung wird er nicht verhindern, wohl aber mit seinen Ideen auf Jahre verzögern können.

Henning Rasche

Quelle: RP
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