Mit Klage vor Bundesverfassungsgericht gedroht: Kinderschutzbund will 500 Mark Kindergeld
zuletzt aktualisiert: 15.04.2001 - 12:37Frankfurt/Main (rpo). Der Kinderschutzbund fordert eine Anhebung des Kindergeldes für ärmere Familien auf 500 Mark. "Mit den vorgesehenen 300 Mark Kindergeld ist es nicht getan", sagte Präsident Heinz Hilgers der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Andernfalls werde es neue Klagen und neue Urteile des Bundesverfassungsgerichts geben, warnte Hilgers.
Bei höherem Einkommen der Eltern solle sich das Kindergeld stufenweise auf 300 Mark verringern, erklärte Hilgers. Es sei ungerecht, dass Familien mit hohem Einkommen real mehr Kindergeld bekämen als Familien mit geringem Einkommen.
Über sieben Prozent der Kinder Sozialhilfeempfänger
Wer etwa 240.000 Mark verdiene, könne einen Kinderfreibetrag von 6.912 Mark und einen Betreuungsfreibetrag von 3.024 Mark geltend machen, was ein Kindergeld von 422 Mark bedeute. "Es gibt kein anderes Land auf der Erde, in dem Reiche mehr Kindergeld bekommen als Arme", kritisierte Hilgers.
Innerhalb von 20 Jahren hat sich nach Hilgers Angaben der Anteil der Kinder, für die Sozialhilfe gezahlt wird, mehr als verdreifacht. Er stieg demnach von 2,1 Prozent im Jahr 1980 auf 7,1 Prozent im Jahr 1998. In Großstädten wie Frankfurt, Berlin oder Hamburg erhalte jedes vierte Kind unter sieben Jahren Sozialhilfe. "Mit einer Kindergrundsicherung von 500 Mark können wir die Armut von den Kindern wegnehmen", erklärte Hilgers.
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