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Kleinanleger ohne Einfluss

Eigentlich liegt Hauptversammlungen ja ein sehr demokratischer Gedanke zugrunde: Einmal im Jahr müssen Manager ihren Anteilseignern, also auch dem Kleinaktionär, Rede und Antwort stehen. Eine Aktie reicht, um Antworten einfordern zu dürfen. Aber was dann? Von Florian Rinke

Die Hauptversammlung bei VW, so turbulent sie auch gewesen sein mag, hat noch einmal verdeutlicht, wie machtlos Kleinanleger in diesem Konzern sind. Ihre Bedeutung steckt schon im Namen. So war es auch gestern. Die Manager ließen sich ein paar Stunden anschreien, wussten aber, dass alle wichtigen Entscheidungen schon vorher vom Land Niedersachsen, dem Emirat Katar und den Eigentümer-Familien Porsche und Piëch getroffen worden waren. Zum Symbol dieses Kungel-Kartells ist Hans Dieter Pötsch geworden. Als der Abgas-Skandal aufflog, war er als Finanzvorstand Teil des Systems, nun soll er als Chefaufseher Teil der Lösung sein. Das erzürnte zwar viele Kleinanleger und widerspricht den Regeln für saubere Unternehmensführung - na und? Dass sich die Familien oder ein wenig demokratisches Land wie Katar so verhalten, muss man wohl hinnehmen. Dass sich auch die niedersächsische Politik für diese Farce einspannen lässt, ist das viel größere Problem.

Quelle: RP
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