Altkanzler verzichtet auf Marburger Auszeichnung: Knatsch um Kohls Juristen-Preis
zuletzt aktualisiert: 23.08.2001 - 16:19Marburg (rpo). Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat auf die umstrittene Auszeichnung mit dem Savigny-Preis Marburger Juristen verzichtet - es hätte sonst womöglich noch mehr Ärger gegeben als schon im Vorfeld.
Er wolle wegen der Preisverleihung nicht in eine öffentliche Diskussion geraten, teilte Kohl am Donnerstag in einem Schreiben an die juristische Fakultät der Universität Marburg mit. Die geplante Ehrung hatte wegen Kohls Verstrickungen in den CDU- Spendenskandal scharfe Proteste ausgelöst. Außerdem hatte der Dekan die Entscheidung im Alleingang getroffen und den eigentlich zuständigen Fachbereichsrat übergangen. Der Allgemeine Studierenden- Ausschuss (AStA) legte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn ein.
Kohl sollte den in diesem Jahr erstmals vergebenen und mit 10.000 Mark (5100 Euro) dotierten Preis für seine "historischen Verdienste um die Vollendung der Einheit Deutschlands" erhalten. Mit der deutschen Einheit habe er eines der wichtigsten verfassungsrechtlichen Ziele des Grundgesetzes erfüllt. Kritiker nannten die Auswahl Kohls "absurd" und "peinlich". Mit der Nichtnennung der Millionenspender breche der Alt-Kanzler permanent das Parteiengesetz. Der AStA kündigte eine Unterschriftenaktion an und wollte für den Tag der Preisverleihung eine Protestdemonstration organisieren.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

