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Düsseldorf
Köln hatte kein Sicherheitskonzept

Düsseldorf. Silvester-Chaos: Die ersten Zeugen sagen im Untersuchungsausschuss aus.

Die Ex-Sprecherin der Kölner Polizei hat sich im Landtag für die zögerliche Informationspolitik ihrer Behörde nach der Kölner Silvester-Chaos-Nacht entschuldigt. "Das tut mir leid. Heute würden wir das sicher anders machen", sagte Martina Kaiser gestern vor dem Parlamentarischen Unterschuchungsausschuss (PUA).

In der Nacht waren Hunderte Frauen im Kölner Bahnhofsbereich Opfer von sexuellen Übergriffen und Diebstählen geworden. Dennoch sprach die Polizei am Neujahrsmorgen von einer entspannten Einsatzlage und lobte ihr Einsatzkonzept. Kaiser sagte, zu diesem Zeitpunkt hätten ihren Mitarbeitern keine anderen Informationen vorgelegen. Mit der Korrektur dieser Erklärung habe man acht Tage gewartet, weil man erst auf gesicherte Erkenntnisse habe warten wollen.

Der Abteilungsleiter des Kölner Ordnungsamtes, Jörg Breetzmann, widersprach einer früheren Darstellung von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Jäger hatte am 14. Januar im Landtag behauptet, die Stadt Köln habe die Sperrung der Hohenzollernbrücke verweigert. Dadurch habe die Lage sich zusätzlich zugespitzt. "Die Stadt Köln hat keine Sperrung abgelehnt", sagte der Zeuge. Im Gegenteil sei man auf eine "Sperrung im Bedarfsfall" ausdrücklich vorbereitet gewesen. Eine generelle Sperrung der Brücke sei allerdings nicht geplant gewesen.

Breetzmann räumte auch ein, dass es in der Kölner Silvesternacht kein abgestimmtes Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei gegeben habe. Im Zuständigkeitswirrwarr zwischen den städtischen Behörden, den verschiedenen Polizeieinheiten und der Deutschen Bahn gab es keine koordinierte Kommunikation und offenbar niemanden, der den Gesamtüberblick hatte. Ein Sicherheitskonzept habe es nicht gegeben, weil die Silvesterfeierlichkeiten nicht Teil einer regulären Veranstaltung gewesen seien.

(tor)
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