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Persönlich
König Salman . . . fordert die Iraner heraus

Menschen kann man auslöschen. Das ist rechtlich und moralisch zu verurteilen. Doch Gedanken lassen sich nicht so schnell aus der Welt schaffen. Einmal gedacht, kann man sie nicht zurückerfinden und tun, als ob sie nie gedacht worden wären. Gedanken sind Überlebenskünstler. Das ist ein Grund, warum autoritäre Regime eine tiefe Angst vor Gedanken der Freiheit haben. Von Godehard Uhlemann

Der saudische König und absolute Herrscher Salman ibn Abd al Asis steht seit fast einem Jahr an der Spitze eines Landes, das den dort herrschenden Islam in einer sehr strengen und intoleranten Weise in wahhabitischer Ausdeutung lebt. Menschen werden dort hingerichtet, weil sie in den Augen der Herrscher Falsches dachten und nach ihrer Auffassung auch taten. Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al Nimr wirft die Frage auf, ob sich das Königshaus durch die Vollstreckung des Urteils politisch nicht selbst schadet. Iran fühlt sich angegriffen und herausgefordert.

König Salmans Vater war der Gründer Saudi-Arabiens. Er starb 1953. Salman ist der 32. Sohn seines Vaters, der 300 Frauen hatte. Bevor Salman König des Landes wurde, war er Gouverneur von Riad, Verteidigungsminister (2011) und wurde 2012 zum Kronprinzen und Vizeregierungschef ernannt. Seinen alten Posten behielt er. Er hat eine Tochter und zwölf Söhne, einer von ihnen war als erster Saudi auf einer Weltraummission im All.

Es heißt, Salman sei gesundheitlich angeschlagen. Er gilt politisch als konservativ, wohl nicht in extremster Ausprägung. Von seiner Regentschaft waren behutsame innenpolitische Reformen erwartet worden. Erstmals durften vor wenigen Wochen Anfang Dezember bei einer Kommunalwahl Frauen für politische Ämter antreten. 17 von ihnen wurden in die Gemeinderäte gewählt. Sie sind die einzigen Gremien im Königreich, die vom Volk direkt gewählt werden können.

Quelle: RP
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