Rechte Milizen töteten 30 Menschen: Kolumbien: Massaker an Dorfbewohnern
zuletzt aktualisiert: 16.04.2001 - 20:36Bogota (rpo). Mitglieder einer rechten Miliz haben in Kolumbien etwa 30 Einwohner eines entlegenen Bergdorfs getötet. Dies erklärte der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Eduardo Cifuentes, am Sonntag. Bereits am Freitag gab es Mutmaßungen über ein Massaker in der Region Cauca im Südwesten des Landes.
Hunderte Menschen flohen vor den Kämpfern der Miliz AUC in die Stadt Timba, wo sie den Behörden von den Vorfällen berichteten. Unterdessen lieferten sich Rebellen der Revolutionären Streitkräfte (FARC) Feuergefechte mit Regierungssoldaten.
Ein Sprecher der Regierung in Cauca, Servio Tulio Diaz, erklärte, die Milizionäre hätten den Einwohner vorgeworfen, sie seien linksgerichtete Rebellen und sie dann erschossen. "Es gibt keinen Zweifel, dass es ein großes Massaker der Paramilitärs gegeben hat", sagte Diaz. "Wir wissen nur noch nicht, wie viele Menschen getötet wurden." Bislang hätten die Behörden sechs Todesopfer bestätigt.
FARC-Rebellen griffen am Sonntag nach Zusammenstößen mit einer rechtsgerichteten Gruppe die Ortschaft Caucana an, 360 Kilometer von der Hauptstadt Bogota entfernt. Militärsprecher Oberst Jairo Ovalle erklärte, Angaben des Bürgermeisters, die FARC-Kämpfer hätten 50 Bewohner getötet, seien falsch. Bei dem Überfall sei mindestens ein Zivilist ums Leben gekommen. Ovalle sagte, wegen der andauernden Kämpfe sei die genaue Zahl der Todesopfer noch nicht klar.
Die Rebellen hätten den 5.000 Einwohnern des Dorfes vorgeworfen, die paramilitärische Gruppe zu unterstützen und mehrere Häuser in Brand gesteckt. Die FARC haben etwa 15.000 Anhänger; sie bekämpfen seit mehr als 30 Jahren die Regierung. Offiziellen Angaben fordern die Kämpfe jährlich mehr als 3.000 Todesopfer, die meisten davon Zivilisten.
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