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Kommentar zur Bluttat in Charleston
Amerikas Rassismus

Kommentar zu Bluttat in Charleston: Amerikas Rassismus
Der mutmaßliche Täter Dylann Roof. FOTO: ap
Meinung Nach den Todesschüssen auf Afroamerikaner in einer Kirche in South Carolina verdichten sich die Hinweise auf ein rassistisches Motiv des Täters. Dazu ein Kommentar. Von Matthias Beermann

Ein Weißer erschießt friedlich betende Schwarze - das hat Amerika gerade noch gefehlt. Nach einer Reihe von Gewalttaten gegen schwarze Bürger ist die Stimmung ohnehin schon aufgeheizt. Die Morde von Charleston wirken wie Öl ins Feuer.

Da hilft es auch nicht, dass der mutmaßliche Täter möglicherweise nur ein verwirrter Einzeltäter ist. Der Ort des Verbrechens - eine Kirche im Süden der USA - war wohl kaum zufällig gewählt und wird nicht nur Afroamerikaner sofort an die brutalen Einschüchterungsmorde des Ku-Klux-Klan erinnern.

Die Bluttat platzt mitten in eine ohnehin schon intensiv geführte Rassismus-Debatte in den USA, die sich zuletzt aber auf das Fehlverhalten weißer Polizisten konzentrierte. Charleston zeigt, dass Rassismus nicht nur Uniform trägt.

Im Weißen Haus sitzt ein schwarzer Präsident, und viele schwarzer Amerikaner haben den sozialen Aufstieg geschafft. Das hat den Blick darauf verstellt, wie groß das Problem immer noch ist. Dagegen vorzugehen ist nicht einfach. Meinungsfreiheit geht den Amerikanern über alles. Das macht es Extremisten so leicht, Hass zu sähen.

Quelle: RP
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