Dieter Bohlen liebäugelt mit Börsengang: Komponist will eigenen Medienkonzern aufbauen
zuletzt aktualisiert: 20.02.2000 - 15:00Hamburg (dpa). Dieter Bohlen (46), Popstar von "Modern Talking", denkt über einen Gang an die Börse nach. Er habe eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, Modelle für den Aufbau einer Aktiengesellschaft zu entwickeln, berichtet die "Bild am Sonntag".
"Bisher waren wir Komponisten die ärmsten Hunde im Musikgeschäft. 95 Prozent des Umsatzes ging an die Plattenfirmen. Nur fünf Prozent an die Künstler, die die Rechte erschaffen haben. Durch die neuen Techniken wie Internet können wir Künstler unsere CDs aber bald selbst vertreiben", begründete Bohlen der Zeitung seine Pläne. Bohlen hält dem Bericht zufolge die Rechte an über 100 Hits, nicht nur von "Modern Talking", sondern unter anderem auch von Chris Norman und Roy Black.
Bohlen will mit einem Teil des Kapitalerlöses, den laut Zeitung Experten auf 1,2 Milliarden Mark schätzen, einen eigenen Medienkonzern aufbauen. 80 Prozent der Aktien wolle er selbst halten. "Mit eigener Plattenfirma, einem CD-Presswerk und eigener Produktionsfirma blieben 80 Prozent des Umsatzes in der Aktiengesellschaft. Die Kids laden sich die Musik bei uns vom Internet. Plattenläden wird es in zehn Jahren kaum noch geben", sagte Bohlen der Zeitung. Das Negative an einem Börsengang wäre, dass er "einen großen Teil meiner Freiheit verkaufen" würde. "Ich könnte nicht mehr sagen: So, jetzt mache ich ein halbes Jahr Pause."
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