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Kontingente sind eine vage Chance für Merkel

Angela Merkel denkt vom Ende her, allerdings hat sie dabei ein anderes Ende im Kopf als viele in der Union. Die Bundeskanzlerin will verhindern, dass Europa an der Flüchtlingskrise scheitert und zerbricht. Das ist die Maxime ihres Handelns, deshalb lehnt sie es ab, dass sich Deutschland abschottet und eine Obergrenze für die Migranten definiert. In der Union denken viele dagegen national: Noch viel mehr Flüchtlinge könnten Deutschlands Stabilität gefährden. Von Birgit Marschall

Das ist, was Merkel und die Ihren unterscheidet, was die Kanzlerin zunehmend zu einer Fremden in den eigenen Reihen werden lässt. Wichtig ist jetzt, beide Denkansätze zusammen zu führen: Ist Europa gefährdet, destabilisiert das auch Deutschland - und umgekehrt. Es hilft nicht weiter, sich an Begriffen wie "Obergrenze" festzubeißen. Es führt in der Sache zu nichts, wenn sich die CSU brüstet, einen Sieg über Merkel errungen zu haben, weil sich CDU und die Kanzlerin für eine Kontingentierung einsetzen.

Von einer solchen idealen Lösung ist Berlin leider noch weit entfernt. Würde es Merkel aber gelingen, EU-Staaten und Herkunftsländer davon zu überzeugen, käme sie wie ein Phönix aus der Asche stärker aus dieser Krise hervor, als sie hineingegangen ist.

Quelle: RP
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