Schwere Unruhen in Mitrovica: Kosovo: 20 Soldaten verletzt
zuletzt aktualisiert: 31.01.2001 - 20:56Kosovska Mitrovica (AP. Bei den seit drei Tagen andauernden Unruhen in der geteilten Kosovo-Stadt Kosovska Mitrovica sind mindestens 20 Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR zum Teil schwer verletzt worden. Wie die Vereinten Nationen und die NATO mitteilten, schleuderten aufgebrachte Kosovo-Albaner zwei Granaten auf eine Gruppe französischer Soldaten. Bei einem späteren Zwischenfall seien KFOR-Soldaten durch Steinwürfe verletzt worden.
Die NATO-Einheit ging mit Tränengas gegen die Menge vor, die wie an den Vortagen über eine Flussbrücke in den serbischen Teil der Stadt eindringen wollte. UN-Sprecher Fred Eckhard sagte in New York, mindestens 20 Soldaten sowie sieben Kosovo-Albaner seien bei drei Granatangriffen verwundet worden. Die NATO sprach von 23 Verletzten unter den KFOR-Einheiten. In einem Krankenhaus der Stadt wurden nach Angaben von Ärzten 34 verletzte Zivilisten behandelt. aufgebrachter Kosovo-Albaner heraus eine Granate geworfen wurde.
Über dem umkämpften Stadtteil am Südufer des Flusses Ibar stiegen Rauchwolken auf. Um die Kosovo-Albaner abzudrängen zündeten die Soldaten wiederholt Blendgranaten. Auf der anderen Seite der Brücke verfolgten serbische Bewohner die Straßenkämpfe. Auslöser der Unruhen ist der Tod eines 15-jährigen Jugendlichen bei einem Granatenangriff auf sein Haus, für den Kosovo-Albaner die Serben verantwortlich machen.
Zur Verstärkung der KFOR-Einheiten in Kosovska Mitrovica rückten türkische Soldaten in die 40 Kilometer nördlich von Pristina gelegene Stadt ein. Deutsche, italienische und britische Einheiten stünden in Bereitschaft, sagte KFOR-Kommandeur Generalleutnant Carlo Cabigiosu.
Das Kosovo ist völkerrechtlich ein Teil von Serbien, das zusammen mit Montenegro die Bundesrepublik Jugoslawien bildet. Seit dem Kosovo-Krieg von 1999 steht die überwiegend von albanischstämmigen Bewohnern besiedelte Region unter internationaler Verwaltung. Die serbische Bevölkerung stellt im Kosovo nur noch eine kleine Minderheit. Die UN haben die NATO mit der Stabilisierung der Lage beauftragt.
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