Grund: Zuspitzung der Lage im Grenzgebiet: Kosovo: NATO öffnet Sicherheitszone
zuletzt aktualisiert: 08.03.2001 - 16:31Brüssel (rpo). Aufgrund der Ereignisse im Grenzgebiet hat sich die NATO dazu entschlossen, die Sicherheitszone um das Kosovo für die jugoslawische Armee zu öffnen.
Die Friedenstruppe KFOR dürfe einen engen Sektor im südlichen Teil nahe der Grenze zu Mazedonien freigeben, entschied der NATO-Rat am Donnerstag in Brüssel. Wegen der Zuspitzung der Lage im Grenzgebiet von Mazedonien und Kosovo wird der mazedonische Außenminister Srgjan Kerim an diesem Freitag in Brüssel zu einem außerordentlichen NATO-Botschaftertreffen erwartet.
NATO-Generalsekretär George Robertson erklärte: "Das ist der erste Schritt einer schrittweisen und mit Bedingungen versehenen Verkleinerung der Pufferzone." Der genaue Termin blieb offen. Weitere baldige Schritte sind laut Robertson geplant.
Eine Grundsatzentscheidung zur Öffnung der Zone war bereits beim außerordentlichen NATO-Außenministertreffen Ende Februar gefallen. In der höchstens fünf Kilometer breiten Zone war es immer wieder zu Zwischenfällen zwischen serbischen Sicherheitskräften und der Albaner-Miliz UCPMB gekommen. Die von der NATO geführte Kosovo- Friedenstruppe KFOR hat bis zu 35 000 Soldaten vor Ort.
KFOR-Kommandant General Carlo Cabigiosu werde weiterhin die Kontrolle über den gesamten Sicherheitsgürtel behalten, versicherte die NATO. Die reguläre jugoslawischen Armee durfte bisher nicht in die nach dem Kosovo-Krieg 1999 eingerichtete Zone. Offen blieb zunächst, mit welchen militärischen Gerät Belgrads Armee in die Pufferzone darf. Ende Februar war angekündigt worden, dass Beobachter bei der Rückkehr der Armee anwesend sein sollen.
Robertson sagte: "Die NATO ist weiterhin sehr besorgt über die Gewalt in Südserbien und im nördlichen Teil Mazedoniens." Die NATO begrüße es deshalb, dass Vertreter der ethnischen Albaner sowie serbische und jugoslawische Behörden zu vertrauensbildenden Maßnahmen bereit seien. Die NATO arbeite darauf hin, die Grenze zwischen der südserbischen Krisenprovinz Kosovo und Mazedonien sicherer zu machen.
Mazedonien ist mit der Allianz über den so genannten Euro- Atlantischen Partnerschaftsrat verbunden. Das 1997 gegründete Gremium für Zusammenarbeit und Konsultation hat 44 Mitglieder. US-Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe KFOR und albanische Rebellen hatten sich am Mittwoch im Grenzgebiet zu Mazedonien erstmals eine Schießerei geliefert.
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