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Wahlerfolg für die Demokratische Liga Kosovos: Kosovo: Rugova will Präsidentenamt

zuletzt aktualisiert: 18.11.2001 - 12:37

   Pristina (rpo). Nach dem offenbar erfolgreichen Abschneiden bei den Parlamentswahlen hat der gemäßigte Führer der Kosovo-Albaner, Ibrahim Rugova, am Sonntag den Anspruch auf das Präsidentenamt erhoben.

Auf einer Pressekonferenz am Sonntag in Pristina erklärte er seine Demokratische Liga Kosovos (LDK) zum Wahlsieger. Er versprach eine Politik der Zusammenarbeit mit Minderheiten.

"Wir werden eine multiethnische Gesellschaft haben. Wir werden nicht nur klassische Garantien geben, sondern wir werden Minderheiten in die Gesellschaft integrieren", sagte Rugova. Auf die Frage, ob er Präsident Kosovos werde, sagte Rugova: "Ganz sicher!" Er bekräftigte seine Forderung nach staatlicher Unabhängigkeit, die es am besten "heute oder morgen" geben müsse.

Die LDK liegt nach inoffiziellen Zahlen in klarer Führung, hat jedoch die absolute Mehrheit verpasst. Die Bevölkerung in der südjugoslawischen Provinz Kosovo hatte am Samstag ein Parlament für die künftige Selbstverwaltung innerhalb Jugoslawiens gewählt.

47 Prozent der Stimmen für Demokratische Liga

Wie die unabhängigen Beobachterorganisation KNDLNJ in der Nacht zum Sonntag mitteilte kommt seine Demokratische Liga Kosovos (LDK) mit deutlichem Vorsprung auf etwa 47 Prozent der Stimmen. Die Demokratische Partei (PDK) des frühere Milizenführer Hashim Thaci liegt demnach bei 26 Prozent, die Allianz für die Zukunft Kosovos (AAK) des ehemaligen Milizenkommandanten Ramush Haradinaj bei 9 Prozent. Die serbische Koalition "Povratak" (Rückkehr) kommt nach diesen Angaben auf etwa 8 Prozent.

Die Bevölkerung des Kosovo hatte am Samstag ein Parlament für die künftige Selbstverwaltung gewählt. Nach Angaben der UN beteiligten sich rund 63 Prozent der 1,25 Millionen Wahlberechtigten an dem Urnengang. "Die Teilnahme an den Wahlen war gut", sagte der UN-Sondergesandte für das Kosovo, Hans Häkkerup, am Samstagabend in Pristina. Die OSZE, die die Wahlen organisiert hat, sagte, 65 Prozent der Albaner und 46 Prozent der Serben hätten ihre Stimme im Kosovo abgegeben.

OSZE-Mission: Serben wollen sich am Prozess beteiligen

Aus den Reihen der überwiegend serbischen Flüchtlinge hätten sich 57 Prozent an den Wahlen beteiligt. Der Leiter der OSZE-Mission im Kosovo, Daan Everts, wertete dies als klares Zeichen, dass sich die Serben am politischen Prozess im Kosovo beteiligen wollten.

Die Wahl der 120 Abgeordneten soll die Grundlage für eine parlamentarische Demokratie mit eigener Regierung und einem Präsidenten im Kosovo legen. Dies ist Voraussetzung für die in der UN-Resolution 1244 vorgesehene Selbstverwaltung des Kosovo innerhalb Jugoslawiens. Im Parlament sind 20 Sitze für Minderheiten reserviert, die damit mehr Abgeordnetensitze bekommen, als es ihrem Stimmenanteil entspricht.

Quelle: RPO Archiv

 
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