Reise war bereits im Dezember geplant: Kosovo: Scharping besucht Bundeswehrsoldaten
zuletzt aktualisiert: 19.01.2001 - 11:39Berlin (AP). Inmitten der Diskussion um Uranmunition stattet Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping am Wochenende auf dem Balkan stationierten Bundeswehrsoldaten einen Besuch ab. Unabhängig von der aktuellen Debatte war die Reise bereits im vergangenen Dezember geplant, wie das Verteidigungsministerium am Freitag in Berlin erklärte. Der Flug war damals wegen ungünstigen Wetterbedingungen verschoben worden.
Nach einer früheren Dokumentation des Verteidigungsministeriums haben US-Streitkräfte im Kosovo-Krieg 31.000 Schuss der umstrittenen Uranmunition verfeuert. Sie seien zwischen April und Juni 1999 vom Erdkampfflugzeug A-10 Thunderbolt in 112 Einsätzen gegen gepanzerte Ziele abgeschossen worden. In Bosnien waren nach dem Bericht 1994 und 1995 rund 10.800 Schuss gegen den Belagerungsring um Sarajevo abgegeben worden.
Derzeit leisten nach amtlichen Angaben rund 7.200 deutsche Soldaten Dienst auf dem Balkan. Rund 5.100 gehören zum KFOR-Kontingent im Kosovo und in Mazedonien. Die übrigen 2.100 Deutschen wirken in der Internationalen Friedenstruppe SFOR in Bosnien und Herzegowina.
Minister übergibt Schule
Scharping wollte am (morgigen) Samstag zuerst das bei Sarajevo stationierte 2. deutsche Einsatzkontingent SFOR besuchen, um "ausführliche Gespräche mit Soldaten aller Dienstgradgruppen" zu führen. Dort werde er sich über die aktuellen Bedingungen des Einsatzes informieren, erklärte das Ministerium.
Am Sonntag will sich Scharping im Kosovo aufhalten. Dort sind Gespräche mit KFOR-Kommandeur Carlo Cabigiousu und Bundeswehrsoldaten vorgesehen. Nach einem Besuch im Feldlager Prizren werde sich Scharping mit seinem bulgarischen Amtskollegen zu einem Meinungsaustausch über die bilateralen militärpolitischen Beziehungen treffen. Bulgarien stellt einen Pionierzug, der zu der Multinationalen Brigade Süd gehört. Sie wird derzeit von Brigadegeneral Wolf Langheld geführt.
Im Verlauf der Reise sind Gespräche Scharpings mit den jeweils örtlichen Politikern geplant. Nach dem Besuch in Prizren will der Minister in der Ortschaft Danjane eine Schule einweihen. Sie ist nach Angaben seines Ministeriums in Zusammenarbeit mit der Rudolf-Walther-Stiftung von Soldaten der Bundeswehr errichtet worden. Die Stiftung habe sich zum Ziel gesetzt, Kindern in Not schnell, unbürokratisch und langfristig zu helfen.
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