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"Entscheidung gegen Staatenbündnis respektieren": Kostunica will "demokratischen Dialog" mit Montenegro

zuletzt aktualisiert: 13.10.2000 - 14:16

Rom (dpa). Der neue jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica will die angespannten Beziehungen mit der Teilrepublik Montenegro entschärfen. "Sollten die Montenegriner kein Teil des Staatenbundes sein wollen, dann wird dieser Willen respektiert", sagte Kostunica in einem am Freitag in der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten Interview.

Sein Ziel sei eine Normalisierung der Beziehungen Serbiens mit Montenegro und der internationalen Gemeinschaft. Zugleich kritisierte Kostunica erneut die NATO-Bombardements während des Kosovo-Krieges 1999. "Was bleibt, ist Schmerz, das können wir nie vergessen."

Gegenwärtig seien die Beziehungen zu Montenegro gespannt. Ursache sei die Politik von Slobodan Milosevic, sagte Kostunica. Der Wandel in Serbien werde aber eines Tages einen demokratischen Dialog mit Montenegro ermöglichen. "Dieser wird zu neuen verfassungsmäßigen Lösungen mittels einer Überprüfung des Willens des Volkes Serbiens und Montenegros führen, ob sie in einem Staat leben wollen oder nicht." Die Geschichte, die gemeinsamen Beziehungen und die aktuelle Situation sprächen jedoch dafür, dass das Ziel eines gemeinsamen Staates überwiegt.

Kostunica bekräftigte sein Nein zu einer Auslieferung von Milosevic an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. "Ich bin nicht einverstanden, weil das internationale Tribunal eine eher politische als juristische Institution ist." Zudem sehe das jugoslawische Verfassungsrecht eine solche Zusammenarbeit nicht vor.

Quelle: RPO Archiv

 
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