Auswirkungen der hohen Benzinpreise: Kraftfahrer befürchten Jobverlust
zuletzt aktualisiert: 11.09.2000 - 13:40Bad Oeynhausen (dpa). Der Bund deutscher Berufskraftfahrer befürchtet wegen der steigenden Benzinpreise den Verlust von Arbeitsplätzen. Die Transportunternehmer würden Kapazitäten nach Osteuropa auslagern, um die Kosten für Sprit durch billigere Löhne auszugleichen, sagte der Vorsitzende des Bundes, Werner Trampe (Bad Oeynhausen), am Montag der dpa. Dem Bund gehören 6 000 Fernfahrer an.
"Ich sehe eine große Gefahr des Ausflaggens in den Osten", sagte Trampe. Bereits jetzt gebe es deutsche Transportunternehmen, die als Folge des Kostendrucks arbeitslose russische Armeeoffiziere als Fahrer anheuerten. "Die deutsche Politik ist gegenwärtig nicht in der Lage, den hiesigen Unternehmen die Flügel zu stärken", sagte Trampe.
Ausgedehnte Streiks von Fernfahrern sieht er nur als letztes Mittel. "Das sollte so lange wie möglich vermieden werden", sagte der Verbandschef. Die deutschen Transportunternehmen stünden im Gegensatz zur Situation in Nachbarländern wie Belgien oder den Niederlanden nicht hinter ihren Fahrern. "Wenn die Räder nicht rollen, wird auch nichts bezahlt", sagte er. Die Streikbereitschaft der Fahrer sei deshalb nicht besonders stark ausgeprägt.
Nach Trampes Worten könnten die Transportunternehmen gemeinsam mit den Fahrern auch andere Einsparpotenziale nutzen. Durch vernünftigere Fahrweise könne der Materialverschleiß zum Beispiel deutlich eingedämmt werden. "Dazu fehlen aber wieder genügend gut ausgebildete Leute", sagte er.
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