Positives Resümee der Einsatzkräfte: Krawall-Bilanz: 28 verletzte Polizisten
zuletzt aktualisiert: 02.05.2001 - 11:45Frankfurt/Main (rpo). Die Polizei zieht nach den Krawallen in Berlin ein weitestgehend positives Resümee ihrer Vorgehensweise. Das Konzept, rechts- und linksextreme Gruppen voneinander zu trennen, sei aufgegangen.
Demnach konnten schlimmere Ausschreitungen verhindert werden. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Polizeisprecher Karlheinz Wagner am Mittwoch. Bei den Unruhen wurden nach seinen Angaben insgesamt 28 Beamte verletzt, acht von ihnen etwas schwerer.
Keiner der betroffenen Polizisten musste laut Wagner stationär behandelt werden. Nur einer wurde am Dienstag mit Kopfverletzungen vorübergehend ins Krankenhaus gebracht. Er war das Opfer eines Angriffs von rund 150 militanten Türken, die sich am Willy-Brandt-Platz von der Kundgebung des so genannten Römerbergbündnisses abgespalten und eine Polizeisperre angegriffen hatten. Verletzt wurden den Angaben zufolge zweifellos auch zahlreiche Demonstranten, doch lagen darüber keine Zahlen vor. Zwei von ihnen sollen von Polizeihunden gebissen worden sein.
An der Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf dem Römerberg nahmen laut Polizeibilanz 5.000 Menschen teil. An der anschließenden Demonstration gegen Rechts, zu der im Römerbergbündnis zusammengeschlossene Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und andere Organisationen aufgerufen hatten, beteiligten sich noch etwa 2.500. Im nördlichen Stadtteil Dornbusch, wo es angesichts einer genehmigten Kundgebung von Neonazis um Christian Worch zu den größten Ausschreitungen kam, standen sich - getrennt von Tausenden Polizisten - rund 1.200 Rechtsextremisten und 2.000 Gegendemonstranten gegenüber.
100 Personen wurden im Verlauf der Krawalle in Gewahrsam genommen. 39 weitere wurden nach der Strafgesetzordnung vorübergehend festgenommen, was bedeutet, dass sie nunmehr mit einer Anzeige und vermutlich auch mit einem Gerichtsverfahren zu rechnen haben. Der Grund dafür war in vielen Fällen Sachbeschädigung. Laut Wagner wurden zwei U-Bahn-Wagen, in denen die Rechtsextremisten zum Dornbusch angereist waren, schwer beschädigt. Auch reguläre U-Bahn-Züge seien mit Steinen beworfen und zahlreiche Fensterscheiben von Wohnhäusern, Geschäften sowie von Fahrzeugen eingeschlagen worden. Auch drei Polizeiwagen wurden demnach beschädigt. Die Gesamthöhe des Sachschadens war am Mittwoch noch völlig unklar.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

