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Athen
Krawalle auf Chios - Griechen attackieren Flüchtlingslager

Athen. Die zweite Nacht in Folge ist es gestern zu Bränden im Flüchtlingslager Souda auf der Ägäis-Insel Chios gekommen. Nachdem am Vorabend Migranten Feuer gelegt hatten, warfen diesmal aufgebrachte Inselbewohner von außen Brandsätze auf die Zelte. Das berichtete der Fernsehsender Skai.

Der Bürgermeister von Chios, Manolis Vournous, bat den griechischen Migrationsminister Ioannis Mouzalas, das Auffanglager innerhalb von 24 Stunden zu schließen. Allerdings gebe es auf der Insel keine alternativen Unterbringungsmöglichkeiten, berichtete die Zeitung "Kathimerini". Die Bewohner von Chios wehrten sich gegen einen neuen "Hotspot".

Die Unruhen hatten am Mittwoch begonnen, als eine Gruppe junger Migranten ein Geschäft mit Feuerwerkskörpern plünderte. Die Raketen feuerten sie anschließend aus dem Lager auf Häuser, Geschäfte und Autos in der Nachbarschaft ab. Mehrere Läden gingen in Flammen auf, Fahrzeuge brannten ab. Als die Bereitschaftspolizei anrückte, entwickelten sich regelrechte Schlachten: Die Migranten warfen mit Steinen und feuerten weitere Feuerwerkskörper auf die Beamten ab, die mit Tränengasgranaten zurückschossen. Auf Chios hatte es bereits zweimal zuvor Krawalle gegeben - immer häufiger entlädt sich die Verzweiflung der eingesperrten Asylbewerber in Gewalt.

(dpa/höh)
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