Bombe auf Katholiken: Krisengespräche nach Gewalttätigkeiten in Belfast
zuletzt aktualisiert: 31.07.2001 - 16:58Belfast/London (rpo). Nach dem Tod eines 18-jährigen Protestanten sind die Krisengespräche in Nordirland am Dienstag in Nordirland fortgesetzt worden. Nordirland-Minister John Reid traf in Belfast mit dem nordirischen Polizeichef Ronnie Flanagan zusammen.
Nach der Erschießung eines 18 Jahre alten Protestanten in Belfast am späten Sonntagabend wird befürchtet, dass die ausufernde Gewalt die Bemühungen um eine Rettung des Friedensprozesses erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen könnte. In den nächsten Tagen sollen neue Vermittlungsvorschläge der Regierungen in London und Belfast zur Durchsetzung des Abkommens veröffentlicht werden.
In der Nacht zum Dienstag war es in Belfast erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken gekommen. Teilnehmer eines Straßenfestes in Nord-Belfast wurden mit zwei selbstgebauten Bomben beworfen, teilte die Polizei mit. Dabei mussten Kinder in Sicherheit gebracht werden. Verletzt wurde niemand.
Zu dem Mord an dem 18 Jahre alten Protestanten Gavin Brett hatte sich die protestantische Splittergruppe "Red Hand Defenders" bekannt. Er war erschossen worden, weil er vor dem Vereinshaus eines katholischen Fußballclubs gestanden hatte.
Martin McGuinness von der katholischen Partei Sinn Fein forderte Protestantenführer David Trimble am Dienstag auf, bei den Bemühungen zur Beilegung der Gewalt "seine Rolle zu erfüllen".
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