Rührende Szenen: Elian traf seine Omas: Kubanischer Junge bleibt vorerst in den USA
zuletzt aktualisiert: 27.01.2000Miami (AP). In dem politischen Familiendrama um den kubanischen Flüchtlingsjungen Elian haben die Großmütter nach langem Hin und Her ihren Enkel in die Arme schließen können. Die beiden Frauen trafen den Sechsjährigen am Mittwochabend an einem neutralen Ort in Miami Beech. Zuvor hatte ihnen die US-Einwanderungsbehörde ein Besuchsrecht zuerkannt.
"Sie kamen einfach zu ihm, umarmten ihn und schauten sich dann ein Fotoalbum an", sagte Elians Cousine Marisleysis Gonzalez. Nachdem der Junge wieder zur Familie seines Großonkels gegangen sei, seien die beiden Frauen in Tränen ausgebrochen, berichtete die Präsidentin der katholischen Universität, Jeanne O'Laughlin, in deren Haus die Begegnung organisiert worden war.
Der in Miami lebende Großonkel des Sechsjährigen hatte zunächst darauf bestanden, dass ein Besuch nur in seinem Haus stattfinden könnte, worauf sich die alten Damen nicht einlassen wollten. Eine Sprecherin des Justizministeriums in Washington betonte, Raquel Rodriguez und Mariela Quintana sei es nicht erlaubt gewesen, ihren Enkel nach Kuba mitzunehmen. Die beiden Großmütter wollten nach dem Besuch über Washington in ihre Heimat zurückkehren.
Die Mutter Elians war Ende November vergangenen Jahres auf der Flucht von Kuba in die USA ertrunken. Elian wurde daraufhin trotz heftiger Proteste der kubanischen Regierung bei Verwandten in Florida aufgenommen. Die Einwanderungsbehörde hat zwar entschieden, dass der Junge zu seinem Vater nach Kuba zurückkehren müsse. Der Großonkel Elians hat aber vor einem Bundesgericht dagegen geklagt und will das Sorgerecht für den Jungen erlangen. Der Konflikt hat zu einer weiteren Belastung der Beziehungen zwischen den USA und Kuba geführt.
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