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Berlin
Landesminister beraten über Zug-Toiletten für Fußballfans

Berlin. Wenn Fußballfans in Zügen zum Auswärtsspiel reisen, ist das für andere Fahrgäste häufig ein Ärgernis. Sie fühlen sich oft durch grölende und alkoholisierte Vereinsanhänger belästigt. Aber auch Fußballfans selbst ärgern sich auf der Fahrt zum Stadion, etwa über nicht ausreichende Zug-Toiletten. Die Verkehrsminister der Länder werden daher bei ihrer Konferenz auf der Insel Usedom über Probleme reisender Fans beraten. Von Jan Drebes

Teil der Gespräche wird ein Expertenpapier sein, das unserer Redaktion vorliegt. Darin empfiehlt eine Arbeitsgemeinschaft den Einsatz von Zusatzzügen mit besonderer Ausstattung. "Zur Lösung der Toilettenproblematik sollten idealerweise zusätzliche Toilettenkapazitäten in den Zügen geschaffen werden", heißt es im Papier. Dafür biete sich der Umbau eines Wagens je Zug in einen Toilettenwagen an, in dem etwa Urinalrinnen zum Einsatz kommen könnten. "Der Einbau zusätzlicher Toilettenkabinen wird als nicht erforderlich angesehen, da zum einen ein relativ hoher Männeranteil unter den Reisenden zu erwarten ist und zum anderen der zusätzliche Toilettenbedarf vorrangig durch den Konsum von (alkoholischen) Getränken entsteht", schreiben die Experten. Die Bahn prüfe, ob der Umbau machbar sei.

Unterdessen übt der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, Kritik am Sicherheitskonzept beim Fanreiseverkehr. "Es kann doch nicht sein, dass ein Konzern wie die Bahn nicht in der Lage ist, an einem Samstag mit mehreren Ligaspielen an besonders belastete, reguläre Züge einfach noch einen Waggon anzuhängen." Allein diese Maßnahme würde bei den Einsatzkräften für deutliche Entlastung sorgen, sagte Radek. Er sieht die Vereine in der Pflicht, sich mehr für spezielle Sonderzüge einzusetzen.

(jd)
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