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Düsseldorf
Lehrer warnen: Rot-Grün gefährdet Erfolg der Inklusion

Düsseldorf. NRW riskiere den Zorn der Eltern, lautet die Kritik.

Für die zweite Hälfte der Legislaturperiode in NRW sehen Experten massiven Nachholbedarf beim gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Die Inklusion sei derzeit die größte Belastung für die Schulen, sagte die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer, unserer Zeitung: "Viele Lehrer gehen auf dem Zahnfleisch und sagen: Ich komme an meine Grenzen."

Seit Beginn des Schuljahres haben die Eltern von Erst- und Fünftklässlern das Recht zu entscheiden, ob sie ihr behindertes Kind auf eine Förder- oder eine allgemeine Schule schicken wollen. Die von der rot-grünen Landesregierung angestrebte Zahl von 3200 zusätzlichen Sonderpädagogen bis 2018 reicht nach Ansicht der GEW und des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) bei Weitem nicht. Nötig seien mindestens 7000 zusätzliche Stellen für die Inklusion.

VBE-Chef Udo Beckmann schloss nicht aus, dass es eine Kehrtwende der Eltern zurück zu den Förderschulen geben werde, wenn die Qualität des Unterrichts erkennbar leide. Die Vorsitzende des Verbands Lehrer NRW, Brigitte Balbach, kritisierte, doppelte Lehrerbesetzung in Inklusionsklassen sei unabdingbar, aber nicht die Regel. Sie warnte: "Wenn die Eltern davon Wind bekommen, wird es einen Knall geben."

(hüw)
 
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