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Verstoß gegen UN-Resolution: Libanon kritisiert Rückzugsgrenze für israelische Truppen

zuletzt aktualisiert: 11.06.2000 - 19:55

Beirut (dpa). Libanon hat den Verlauf der Rückzugsgrenze für die israelischen Truppen entlang der südlichen libanesischen Gebiete scharf kritisiert. Die von UN-Experten festgelegte Rückzugslinie verstoße teilweise gegen international anerkannte Grenzen und damit gegen die UN-Resolution 425, schrieb der libanesische Präsident Emile Lahoud in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an die Vereinten Nationen.

"Es gehört nicht zur Kompetenz der UN-Experten, die Existenz anerkannter Grenzen zu verneinen und eine fiktive Linie zu ziehen, mit der der israelische Rückzug bestätigt werden soll", hieß es in dem Brief Lahouds. Dadurch könne es zu "Komplikationen" kommen, warnte der Präsident. Zudem habe Israel die UN-Rückzugslinie bereits an mehreren Orten missachtet.

Die Rückzugsgrenze war von Experten der Vereinten Nationen nach Inspektionsbesuchen des UN-Sondergesandten Terje Roed-Larsen festgelegt worden. Die UN-Experten sollen den vollständigen Rückzug Israels aus Südlibanon bestätigen. Lahoud kritisierte, die Rückzugslinie sei zu schnell und dadurch unpräzise gezogen worden.

Erst am Samstag hatte es aus UN-Kreisen geheißen, Roed-Larsen und die libanesische Regierung seien sich zu 99 Prozent über den Grenzverlauf im Süden Libanons einig. Nur bei den Grenzortschaften Rmeish, Ghajar und Miskaf Am gebe es noch Unstimmigkeiten über den genauen Verlauf der israelisch-libanesischen Grenze.

Für den Grenzverlauf gibt es keine völkerrechtlich verbindlichen modernen Karten. Umstritten ist vor allem die Zugehörigkeit der so genannten Schebah-Farmen. Dabei handelt es sich um ein strategisch wichtiges Hochplateau am Berg Hermon, das Israel 1967 erobert hatte. Jerusalem will über das Gebiet nur im Zusammenhang mit einer Einigung mit Syrien über die Golangrenze verhandeln.

Quelle: RPO Archiv

 
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