Außenminister weist Gerüchte zurück: Libyen will nicht an Lockerbie-Hinterbliebene zahlen
zuletzt aktualisiert: 29.05.2002 - 17:44Washington (rpo). Libyens Außenminister hat Berichte dementiert, nach denen sein Land Entschädigungen für die Lockerbie-Hinterbliebenen zahlen wolle. Es gebe keinerlei Angebote, sagte er in einem Fernsehinterview.
Berichte über ein libysches Angebot zu Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen der Lockerbie-Opfer hat Außenminister Abdel Rahman Schalkam am Mittwoch zurückgewiesen. Sein Land habe den Familien der Opfer des 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie abgestürzten PanAm-Flugzeugs keine Entschädigungsangebote gemacht, erklärte Schalkam in einem Interview des arabischen Fernsehsenders El Dschasira.
Zuvor hatte die New Yorker Anwaltskanzlei Kreindler & Kreindler von einem Angebot in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro) gesprochen. Die Familien der 270 Opfer sollen jeweils zehn Millionen Dollar erhalten, teilte die Kanzlei am Dienstag mit. Ein Mitarbeiter der libyschen Regierung bestätigte dies der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch, sprach allerdings von einer "vorläufigen Einigung". Er erklärte weiter, dass die Delegation bei den Gesprächen keinen Regierungsstatus gehabt habe. Kurz später wies jedoch Schalkam die Berichte über das Entschädigungsangebot zurück.
Die Anwälte der Angehörigen verhandeln seit Jahren mit Libyen über eine Wiedergutmachung. Die Zahlungen gehören zu den Bedingungen des Weltsicherheitsrats für eine Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Libyen.
Bei dem von einer Bombe verursachten Absturz eines PanAm-Jumbos kamen im Dezember 1988 alle 259 Insassen und elf Menschen am Boden ums Leben. Ein in den Niederlanden tagendes schottisches Gericht hatte im März in der Berufungsinstanz den Schuldspruch gegen den ehemaligen libyschen Geheimdienst-Mitarbeiter Abdel Basset Ali el Megrahi bestätigt.
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