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Berufungsprozess-Auftakt im niederländischen Kamp Zeist: Lockerbie-Terrorist ein Opfer der Justiz?

zuletzt aktualisiert: 23.01.2002 - 16:34

Kamp Zeist (rpo). Der libysche Ex-Geheimdienstagent Abdel Bassit Ali el Mekrahi soll nach Aussage seines Verteidigers nichts mit dem Bombenattentat von Lockerbie zu tun gehabt haben. Rechtsanwalt Bill Taylor sprach am Mittwoch zu Beginn der Berufungsverhandlung im niederländischen Kamp Zeist von einem Justizirrtum.

Sein Mandant habe nichts mit der Explosion einer Bombe an Bord eines PanAm-Flugzeuges über der schottischen Stadt am 21. Dezember 1988 zu tun gehabt. Damals waren alle 259 Flugzeuginsassen sowie elf Bewohner Lockerbies umgekommen.

Mit insgesamt sechs Punkten versucht die Verteidigung das Urteil des schottischen Gerichts anzufechten, das im Januar 2001 Mekrahi zu lebenslanger Haft verurteilt hatte. Auf Grund einer internationalen Vereinbarung verhandeln die schottischen Richter den Fall Lockerbie in den Niederlanden.

Bei ihrer Entscheidung über Mekrahi hätten die Richter Aussagen von Zeugen unzureichend oder falsch beurteilt und fehlerhafte Schlussfolgerungen gezogen, machte Anwalt Bill Taylor geltend. Vor allem die Feststellung, dass Mekrahi die Bombe in einem unbegleiteten Koffer aus Malta über Frankfurt und London an Bord des Flugzeugs nach New York geschleust habe, wird in Zweifel gezogen.

Die Verteidigung will dazu einen Mitarbeiter des Flughafens Heathrow als Zeugen laden. Ray Manly hat nach Angaben der Verteidigung einen Einbruch in die Gepäckabteilung von Heathrow nur Stunden vor Abflug des später explodierten Jumbos bemerkt. Dies zeige, dass die Bombe auch in London und ohne Zutun Mekrahis an Bord gelangt sein könne, meint die Verteidigung. Die Anklage halte dagegen die Angaben für unerheblich und lehne die Ladung des Zeugen ab, sagte der Ankläger am Mittwoch. die Dauer des Verfahrens wird von schottischen Juristen auf drei bis vier Wochen geschätzt.

Quelle: RPO Archiv

 
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