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Düsseldorf
Löhrmann: Flexi-Schule behält Klassenstruktur bei

Düsseldorf. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat ihren Vorstoß für eine grundlegende Flexibilisierung des Schulsystems verteidigt und dem Eindruck widersprochen, sie strebe einen Totalumbau an. Auch weiter würden Kinder und Jugendliche "überwiegend in Klassenverbänden lernen", sagte sie. Es gehe darum, "Kenntnisse über individualisierte Lernwege im System zu verankern". Löhrmann hatte vergangene Woche in der Debatte um das achtjährige Gymnasium (G 8) gefordert, jedes Kind brauche "seine eigene Lernzeit". Dabei sieht sie die Grundschulen als Vorbilder - Kinder könnten die ersten beiden Klassen auch in einem oder drei Jahren absolvieren, "ohne dass das als Sitzenbleiben gilt", sagte sie gestern. Sie wolle, "dass es in Ordnung ist, wenn Schüler neun oder zehn Jahre am Gymnasium brauchen". Mehr Lehrer oder mehr Räume seien dafür nicht unbedingt erforderlich.

Nach Löhrmann hatte sich die SPD im G 8-Streit positioniert. Sie schlägt vor, die Sekundarstufe I wieder auf sechs Jahre bis Klasse 10 zu verlängern. Danach soll es die Möglichkeit geben, mit einem "Orientierungsjahr" die Schulzeit auf neun Jahre zu verlängern. Löhrmann sagte: "Das ist nichts, was sich mit meinem Vorstoß ausschließt." Der Chef des Philologenverbands NRW, Peter Silbernagel, der Löhrmann scharf kritisiert hatte, nannte den SPD-Vorstoß "überlegenswert". Ob er praktikabel sei, etwa an kleinen Schulen, sei aber noch nicht abzusehen.

(fvo)
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