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Die Entwickliung nach dem Crash: Londoner Analysten fürchten den Montag

zuletzt aktualisiert: 16.04.2000 - 13:40

London (dpa). Nach dem Einbruch an der New Yorker Wall Street befürchten britische Investoren und Analysten für Montag einen ähnlichen Effekt in London. Die meisten Analysten wollten am Samstag jedoch nicht von einem Crash sprechen, sondern bevorzugten die Umschreibung «Korrektur».

So sagte Stuart Thomson von Sutherlands der BBC: «Wir sollten uns jetzt nicht mitreißen lassen. Wenn nicht mehr passiert, als dass der Neue Markt auf das Niveau vom vergangenen Oktober zurückfällt, dann ist das wohl kaum ein Kollaps, sondern eine Korrektur.»

David Malpass von Bear Stearns vertrat die gleiche Ansicht: «Man kann es als deutliche Korrektur bezeichnen.» Mit den großen Krisen von 1929 und 1987 sei der Einbruch in New York nicht zu vergleichen. «Ich kann mich erinnern, dass sich die Leute 1987 Sorgen über das Funktionieren des Finanz- und Bankensystems machten. Das ist diesmal anders. Die Leute machen sich Gedanken über die richtige Bewertung.»

Doch nach Einschätzung der britischen Presse ist der Aktiensturz diesmal in mancher Hinsicht dramatischer, weil es viele Millionen Aktionäre mehr gibt als 1987. «Die Wirkung wird um so größer gewesen sein für all jene, die es noch nie miterlebt haben, dass Aktien wie Steine in die Tiefe fallen», kommentierte der «Guardian». «Eine Menge naiver Leute, die sich Geld geliehen haben, um ein Spiel mitzuspielen, vor dessen Risiken sie die Augen verschlossen, haben jetzt schon verloren.» Nach Einschätzung der «Times» muss befürchtet werden, dass diese Anleger nun während des Wochenendes die Nerven verlieren und am Montag alles verkaufen, um ihre Verluste zu begrenzen.

Die «Financial Times» (London) analysierte am Samstag: «Das Wachstum in den USA ist zu schnell gewesen. Jetzt könnte die seit langem erwartete Krise kommen. Die Aussichten für High-Tech-Aktien sind äußerst unsicher. Jetzt, da die Euphorie vorbei ist, scheint es unwahrscheinlich, dass sie ihr früheres Niveau in nächster Zeit wieder erlangen werden. Wie weit sie noch fallen können, vermag niemand zu sagen. Doch die Investoren wollen jetzt Beweise dafür sehen, dass es bei den Dotcom-Gesellschaften zumindest das Potenzial gibt, um Gewinn zu machen.»

Quelle: RPO Archiv

 
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