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Genf
Luftangriffe vor der Waffenruhe

Genf. Ab heute gilt eine Feuerpause im Syrien-Krieg. Ob sie standhält, ist fraglich.

Die Vereinigten Staaten und Russland wollen dem Bürgerkrieg in Syrien mit einem neuen Waffenstillstand ein Ende bereiten. Heute solle das Feuer eingestellt werden, sagte US-Außenminister John Kerry nach mehr als 13 Stunden Verhandlungen am frühen Samstagmorgen in Genf. Die Waffenruhe gelte für die mit Russland verbündeten syrischen Regierungstruppen und die von den USA unterstützen Rebellen. Werde sie umgesetzt, könne dies der Wendepunkt in dem mehr als fünfjährigen Konflikt sein. Ziel seien Frieden und ein politischer Übergang. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Vereinbarung könne helfen, humanitäre Hilfen für syrische Zivilisten zu verbessern und den Kampf gegen den Terrorismus zu verstärken. Die Regierung von Syriens Präsident Baschar al Assad sei darauf vorbereitet, sich an das Abkommen zu halten. Assads Truppen müssen laut Vereinbarung ihre Angriffe in bestimmten Gebieten einstellen. Auf der anderen Seite müssen die USA die mit ihnen verbündeten Rebellen dazu bringen, sich von der Gruppe Dschabhat Fatah al Scham zu trennen, die unter dem Namen Nusra-Front als Ableger des Terrornetzwerks Al Kaida bekannt wurde.

"Wenn es gelingt, den Waffenstillstand landesweit durchzusetzen, ist das eine echte, neue Chance für den so dringend benötigten humanitären Zugang zu Hunderttausenden Menschen in Not", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag in Berlin.

Kurz nach der Einigung auf eine neue Waffenruhe kam es gestern im Bürgerkriegsland allerdings wieder zu schweren Gefechten mit Dutzenden Toten. Syrische und russische Kampfjets hätten am Samstag die Städte Idlib, Aleppo und Duma bombardiert, berichteten oppositionelle Aktivisten. Die Staatsmedien meldeten Angriffe von Rebellen auf Regierungsviertel von Aleppo. Mehrere Oppositionsbündnisse äußerten ihre Skepsis, dass sich die Regierung von Präsident Assad an die Waffenruhe halten werde. Dennoch wolle man seinen Teil zum Gelingen beitragen, hieß es.

(ap)
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