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Persönlich
Marc Jan Eumann will wieder Medien lenken

Persönlich: Marc Jan Eumann will wieder Medien lenken
Marc Jan Eumann ist als Direktor der Landesmedienanstalt von Rheinland-Pfalz im Gespräch. FOTO: dpa
Düsseldorf. In diesen Tagen geht es um seine Zukunft: Am Montag wird Marc Jan Eumann offenbar als Direktor der Landesmedienanstalt von Rheinland-Pfalz vorgeschlagen. Doch diese Personalie hat ein Geschmäckle. Von Daniel Fiene

Am Montag will eine Findungskommission ihren Kandidaten für den Posten vorstellen. Für Eumann wäre dies sein Comeback als Strippenzieher. Die vergangenen sieben Jahre hat der 51-Jährige die Medienpolitik als Staatssekretär in Nordrhein-Westfalen gelenkt. Nach der Landtagswahl hat die neue schwarz-gelbe Landesregierung den Beamten Eumann jedoch in den Ruhestand geschickt. In NRW bleiben seine langen Gespräche, eine Verwicklung in die Kölner Spendenaffäre von 2002 und ein Fast-Verlust seines Doktortitels in Erinnerung. Nach Plagiatsvorwürfen konnte ihm die Technische Universität Dortmund kein Fehlverhalten nachweisen und sprach ihn "trotz großer Bedenken" frei.

Sein letzter großer Akt war die "Lex Brautmeier". Eumann sorgte dafür, dass Jürgen Brautmeier aus dem Amt des Direktors der Landesmedienanstalt NRW flog. Unter seinem Einwirken wurde das Gesetz so verändert, dass nur noch Volljuristen diesen Job bekommen. Brautmeier ist Historiker und konnte nicht für eine zweite Amtszeit gewählt werden. Einige Monate später scheint Eumann diese Anforderung nicht mehr so wichtig zu sein - zumindest wenn es um seine berufliche Perspektive in Rheinland-Pfalz geht.

Der dreifache Vater ist kein Volljurist, sondern hat wie Brautmeier Geschichte studiert. In den Medien wird er als einziger Kandidat gehandelt. Eine genauere Auskunft kann die Findungskommission nicht geben, da die Zusammensetzung des Gremium unüblicherweise geheim gehalten wird. Eumann bringt eine weitere Qualifikation mit: sein Parteibuch. Die Medienaufsicht in Rheinland-Pfalz ist seit Jahren in SPD-Hand. Der Medienszene gefällt die Personalie. Die Medienkritik-Website "Übermedien" titelt: "Ein Klüngelmännchen für die Medienaufsicht".

Quelle: RP
 
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