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Persönlich
Markus Schächter . . . berät jetzt den Vatikan

Zu "Weck, Worscht un Woi" soll der ehemalige ZDF-Intendant Markus Schächter (66) am Ende seiner zehnjährigen Amtszeit bei dem Sender im Jahr 2012 seine rund 3500-köpfige Belegschaft eingeladen haben. Freude über die Feier in der dafür gemieteten 5000 Quadratmeter großen Mainzer Phönix-Halle kam bei einigen Mitarbeitern aber kaum auf. Denn bezahlt wurde das Fest aus dem Veranstaltungsetat des ZDF. Und zwar in Zeiten, in denen der Sender etwa 75 Millionen Euro an Personalkosten einsparen musste.

Nun hat der verheiratete 66 Jahre alte, gebürtige Pfälzer eine neue Aufgabe: Er berät künftig den Vatikan in Medienangelegenheiten. Papst Franziskus berief den Fernsehjournalisten zum Mitglied des vatikanischen Mediensekretariats. Dieses wurde von Franziskus im Juni 2015 gegründet, um die bis dahin getrennten vatikanischen Medienbereiche zusammenzuführen und zu reformieren. Zu den Medien zählen etwa Radio Vatikan, die vatikanische Zeitung "Osservatore Romano" und das vatikanische Fernsehzentrum CTV.

Schächter wurde als einer von drei Laien (neben einer US-Amerikanerin und einer Spanierin) zusammen mit 15 weiteren Mitgliedern berufen. 13 davon sind Kardinäle und Bischöfe aus aller Welt. Die Mitglieder erfüllen in etwa die Funktion eines Aufsichtsrates.

Bislang hatte der Papst nur die Leitungsebene der neuen Behörde besetzt. An der Spitze steht als Präfekt Dario Vigano (54), zuvor Leiter des vatikanischen Fernsehzentrums.

In seiner Zeit als ZDF-Intendant war Schächter maßgeblich an der Digitaloffensive des Senders beteiligt. Digitalkanäle wie etwa ZDFneo ergänzen seither das Fernsehprogramm. Zudem wurde das Online-Angebot ausgebaut. Kritiker bezeichneten Schächters Reformen als "Fehlkalkulation". Seit seinem Abschied beim ZDF ist Schächter Honorarprofessor für Medienethik an der von den Jesuiten getragenen Hochschule für Philosophie in München.

Saskia Nothofer

Quelle: RP
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