Gegen die Militäraktion Israels: Massenproteste in der arabischen Welt
zuletzt aktualisiert: 01.04.2002 - 17:35Kairo/Damaskus/Beirut/Bagdad (rpo). Hunderttausende haben am Osterwochenende in der arabischen Welt gegen die israelische Militäraktion und die Belagerung des Hauptquartiers von Palästinenserpräsident Jassir Arafat protestiert.
Allein in Ägypten versammelten sich täglich bis zu 60 000 Menschen, vor allem Studenten und Schüler. Sie riefen anti- israelische und anti-amerikanische Parolen und "Öffnet die Tore zum Heiligen Krieg!".
Am Montag setzte die Polizei an der Universität Kairo Tränengas und Wasserwerfer ein, um die mehr als 5 000 Demonstranten daran zu hindern, auf die Straße zu ziehen. An der Amerikanischen Universität am Kairoer Tahrir-Platz kletterten die Studenten über die Mauern auf die Straße. Am Sonntag hatte es in Kairo bereits einige Festnahmen gegeben, als Studenten der Universität Helwan mit Steinen warfen.
Auch in Jordanien, wo die Mehrheit der Bevölkerung palästinensischer Herkunft ist, versuchten die Sicherheitskräfte Protestaktionen zum Teil zu verhindern. In Mauretanien nahm die Polizei bei einer von Islamisten organisierten Protestaktion mehrere Demonstranten fest. Größere Demonstrationen gab es am Wochenende außerdem im Irak und in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. An den Protesten in Bagdad beteiligten sich auch Angehörige der regierenden Baath-Partei. Die Demonstranten riefen zur "Befreiung Palästinas vom Fluss bis zum Meer" (damit sind Israel und die besetzten Gebiete gemeint) auf.
In Beirut riefen am Montag mehrere hundert Libanesen und Palästinenser vor der von Sicherheitskräften abgeriegelten US- Botschaft: "Wir wollen Botschaften und Flugzeuge in die Luft jagen, wenn Arafat getötet wird". Bereits am Samstag hatten sich Tausende von Demonstranten vor der UN-Vertretung in Beirut zu einer anti- israelischen Kundgebung versammelt.
In der Massenkundgebung in der syrischen Hauptstadt Damaskus nannte der Generalsekretär der regierenden Baath-Partei, Suleiman Kaddah, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon am Samstag einen "Schlächter, der nach Blut und Zerstörung dürstet". Am Sonntag versammelten sich mehr als 2 000 Palästinenser und Politiker anderer syrischer Parteien zu einer Protestaktion vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in Damaskus. Sie riefen: Gebt uns Waffen und schickt uns nach Palästina!"
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