Fünf Anhäger der linken Szene festgenommen: Massensternmärsche gegen Rechts in Bielefeld
zuletzt aktualisiert: 02.03.2002 - 14:53Bielefeld (rpo). 3000 Menschen sind am Samstag in Bielefeld gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gegangen. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. Festgenommen wurden nur fünf Anhänger der linken Szene.
In drei Sternmärschen folgten die Demonstranten bei strahlendem Sonnenschein dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Ostwestfalen. Nach Polizeiangaben wurden fünf Anhänger des linken Szene wegen Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot festgenommen.
Die Demonstration des DGB richtete sich gegen einen Protest-Aufzug des Hamburger Neonazis Christian Worch und seiner etwa 600 Gesinnungsgenossen, die zeitgleich gegen die in Bielefeld gezeigte Wehrmachtsausstellung demonstrierten. Beide Gruppen wurden von rund 2000 Sicherheitskräften aus dem ganzen Land auf Distanz gehalten, um Eskalationen zu vermeiden. Mehrere Polizeihubschrauber kontrollierten das Geschehen aus der Luft.
Nach Polizeiangaben hatten sich die Anhänger des Rechtsextremisten Worch am Rande der Innenstadt versammelt, wo ein von den Behörden auf zwei Stunden befristeter Marsch startete. Alle Teilnehmer seien zuvor durchsucht, eventuelle Waffen oder verfassungsfeindliche Symbole eingezogen worden. Bei der Ankunft am Versammlungsort war das Fahrzeug Worchs von Autonomen mit Steinen beworfen worden.
Die Polizei hatte den Rechtsextremen für ihren Aufzug strenge Auflagen gemacht. An etlichen Häusern entlang der Demonstrationsroute waren die Rollläden heruntergelassen. Anwohner protestierten mit Transparenten und Plakaten in den Fenstern gegen die Aktion der Neonazis. Das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe hatte am Freitag das Demonstrationsverbot des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Münster aufgehoben und den Aufmarsch der Worch-Anhänger genehmigt. Bereits vor vier Wochen waren mehr als 8000 Menschen gegen einen Aufmarsch der Rechtsextremisten in Bielefeld auf die Straße gegangen.
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